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Kamerun Reisebericht Cameroon

Maroua – Rhumsiki – Maroua (236 km)


12.3.2011

Am Morgen um 6 Uhr starteten wir Richtung Rhumsiki. Es war noch immer fast 27 Grad warm und die Stadt war voller Abgas. An diversen Orten waren Kinder und Erwachsene in den Moscheen oder draussen am Beten. Der Muezzin hatte schon um etwa 5 Uhr ausgerufen und uns kurz aus dem Schlaf geholt. Auch in Maroua wohnen viele Flüchtlinge aus dem Tschad oder aus Nigeria. Ihre Hütten wurden abgebrannt und ihr Hab und Gut gestohlen. Sie suchen in Kamerun Zuflucht. Wir fuhren zuerst bis nach Mokolo, das 78 Kilometer weit entfernt ist. Bis nach Mokolo führt eine gute Teerstrasse und schon bald waren wir dort. Wir kauften auf dem Markt mehrere Wasserflaschen, um für die weiteren Tage gerüstet zu sein. Wir sahen riesige Maisfelder, von denen jetzt in der Trockenzeit aber nur noch die dürren Stängel zu sehen sind. Ein paar Zwiebelfelder werden derzeit bewirtschaftet und vermutlich auch gewässert. Jedenfalls stachen ihre grünen Stängel aus der sonst hellbraunen Landschaft hervor. An den Strassenrändern vor jeder Ortschaft wimmelte es von hunderten und tausenden von Plastiktaschen. Zwei Kinder kamen mit einem Zweispänner mit Ochsen und gingen aufs Feld arbeiten. Weitere Kinder trugen riesige Tücher voller Baumwolle zu einer Sammelstelle. Dort wurde alles in einen Container beladen und ein paar Männer trampelten singend unter der brütenden Sonne die Baumwolle zusammen (Bild oben rechts).



    

Sammelstelle der Baumwolle. Wir sind fasziniert von der Einfachheit, in der die Menschen hier wohnen können.


In den felsigen Steinbergen waren Unmengen an kleinen runden Strohhüttchen versteckt. Pferde, Esel, Schweine, Ziegen und Schafe weiden neben der Strasse oder trotten auf der Strasse entlang. Je weiter wir Richtung Rhumsiki kamen, desto mehr sahen wir Kakteen und die einzigen Pflanzen, die hier noch wuchsen, waren ebenfalls stachelig. Wenn man Mokolo erreicht, staunt man über die Zivilisation im Nichts. Die Frau des vormaligen Präsidenten kam aus Mokolo, weswegen diese Stadt enorm erweitert und ausgebaut wurde. Plötzlich stehen grosse schöne Gebäude oder Veranstaltungsplätze. Auf dem Markt in Mokolo wuschen die Jungs ihre Orangen aus Nigeria in Seifenwasser, damit sie möglichst appetitlich aussehen. Von Mokolo bis Rhumsiki sind es weitere 48 Kilometer. Dies aber nur noch auf Piste, teils sehr holprig und steinig, teils sehr gut befahrbar. Ein paar angepflanzte Eukalyptusbäume stechen aus der braunen und dürren Landschaft hervor. Ansonsten wächst bald einmal nur noch eine grüne Pflanze, die wahrscheinlich fast Unkraut ist. Jedenfalls wird sie von keinem Tier gefressen und wächst über alle Hänge. Aus den speziell geformten Felsformationen stürmen Kinder den Autos entgegen und betteln nach „cadeaux“ oder den leeren Wasserflaschen. Sie sind sich gewohnt, dass hier eher einmal ein Tourist vorbeikommt und etwas abgibt. Man kann es ihnen nicht übel nehmen. Das Land gibt nichts her und sie wohnen in winzig kleinen Hüttchen. Ein starker Wind fegte durch die Gegend. Die Landschaft ist einmalig eindrücklich. Riesige Felsformationen in allen möglichen Arten stehen in einsamer Dürre und Kargheit.



    

Angehäufte Steinberge in der Region Rhumsiki. Hühner-Lebendtransport zum Markt. Die Strasse nach Rhumsiki.



    

Traditionelles Ochsengespann mit zwei Kindern. Wohnen in Rhumsiki.


Als wir Rhumsiki erreichten, staunten wir nicht schlecht. Von einem Schweizer wird ein Hotel geführt. Mitten im Nichts hat es schöne kleine Bungalows, ein Swimmingpool und man erhält eine Speisekarte, auf der es Steaks, Spaghetti und vieles mehr im Angebot hat. Wir genossen einen Moment in den Liegestühlen, sahen über die spezielle Gegend und verpflegten uns. Danach fuhren wir noch ein Stück weiter Richtung Grenze. Wir sahen nur einen Steinwurf weit entfernt die Berge, die die Grenze zu Nigeria bilden. Nur noch ein Fussweg führt dorthin. 20 Kilometer weiter ist ein Dorf, das zu Nigeria gehört. Hinter Rhumsiki hat es einen relativ grossen Stausee, an dem sich die Tiere tränken und ein paar Kinder spielten. Rhumsiki war im Gegensatz zu Maroua relativ kühl, ein angenehmer Wind zog um die Ohren.



      

Kesses Girl. Kakteen-Freunde kommen in Rhumsiki auf ihre Kosten. Faszinierende Landschaft.


Ein paar Kinder spazierten durch die Dürre. Sie fingen Grashüpfer mit einem langen Ast, der eine Art Klebstoff am Ende hat. Schon unzählige hatte der kleine Junge in seinem Sack. Er hatte ihnen die Flügel abgerissen, damit sie nicht mehr entkommen konnten. Zu Hause werden sie gebraten und verspeist. Etliche schöne Brücken führen übers „Nichts“. In der Trockenzeit ist kein Fluss zu sehen und wir fuhren oft auch direkt durchs Flussbett anstatt über die Brücken. Die Jungs reiten auf den Eseln und Pferden ohne Geschirr/Zaumzeug. Die vielen riesigen Steinfelsen mit den darin eingebetteten runden Strohhüttchen gaben viele schöne Fotos.



    

Fast wie auf dem Mond... und mittendrinn ein Hotel!


Den Abend genossen wir einmal mehr im Hotel des Deutschen, wo wir dieses Mal auch ein Zimmer buchten und ins Internet konnten, um die neusten Fotos und Geschichten ins Internet zu laden. Die Weiterfahrt am anderen Morgen setzten wir wegen der grossen Hitze auf 4 Uhr morgens an...



    

Die nächste Mahlzeit: Grashüpfer. Spezielle Bäume, deren Knospen als Trommelschläger benutzt werden. Transportmittel in der Region Rhumsiki.



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