Mayo Darle
2.4.2010
Am Morgen verteilten wir im Spital unsere Hilfsgüter, die wir auf dem Auto transportiert hatten. Ärztekoffer, Verbände, 2 Computer, Feinstaubmasken, Kugelschreiber, Thermometer, Blutzuckermessgeräte und diverses mehr erklärten wir dem Pflegepersonal vom Spital. Danach schauten wir uns im neu gebauten Operationssaal um. Die Räumlichkeiten sind noch nicht ganz fertig. Da wir langsam keine Kleider mehr hatten, war Waschtag angesagt. Die Kleider waren so schnell trocken, dass es kaum zu glauben war.
Danach gaben wir die Hilfsgüter für die Schule ab. Ein Globus, Schreibstifte, Farbstifte, Fussbälle, Werkzeuge, Spitzer, Hefte, Radiergummis, Ordner und Etuis überreichten wir Sr. Scolastica. Am meisten freute sie sich über den Globus, weil es in Kamerun nicht möglich ist, einen solchen zu kaufen. Wir knipsten weitere Erinnerungsfotos von der Schule mit den von uns geschenkten Tischen und Stühlen. Sr. Priscilla war extra aus Banyo angereist. Wir konnten ihr ebenfalls für ihre Schule diverse Güter überreichen. Sie übergab uns ihren Rapport über die Spendengelder der Weihnachtsreise. Mit dem Geld der Schule Schübelbach konnte sie etlichen Kindern das Schulgeld bezahlen, Tische für den Kindergarten sowie einen All-in-One-Scanner/Printer/Drucker kaufen.
Später überreichten wir vor dem Spital diverse kleine Geschenke. Taschen und Schmuck für die Frauen, Zahnbürsten, Stifte und Trillerpfeifen für die Kids sowie Caps für die Männer fanden riesigen Anklang. Die Kranken im Spital erhielten ebenfalls Güter und Gute-Besserungs-Wünsche. Danach brauchten wir dringend eine kühle Erfrischung und fuhren ins Dorf. Im Nu waren wir von weiteren Kids umringt, die uns noch von den vorherigen Reisen kannten. Ebenfalls kamen Assana und Ousseni sowie ihre Eltern angerannt, um uns zu begrüssen. Den Zwillingen hat Ashia die Bein-Operation bezahlt. Die zwei Kleinen konnten sich zwar nicht mehr so genau an uns erinnern, sagten jedoch, als wir sie sahen, dass wir die Eltern von Zwillingen sind. Die Mutter der Zwillinge hatte uns einen Sack Orangen mitgebracht, welche wir mit den anwesenden Kids teilten. Diverse Moslemkinder kamen mit ihren Gebetsteppichen aus der Moschee und versammelten sich ebenfalls um uns. Leider konnten wir mit den meisten nicht sprechen, da sie weder Französisch noch Englisch, sondern ihre eigene Sprache Fulbe sprechen. Ein paar Kinder gehen in Bilingual-Schulen und konnten Englisch mit uns sprechen.
Wir fädelten ein, dass das Girl vom Kalender März 2010 ins Dorf kommt. Für ein Trinkgeld holte ein Mofafahrer die Grossmutter und das Kind zu uns. Wir freuten uns riesig, beide zu sehen. Das Girl im Kalender heisst Sakinatu und ist 11 Jahre alt. Ihr Vater verstarb, als sie 15 Monate alt war. Ihre Mutter hat sie verlassen, als sie 3 Jahre alt war und verheiratete sich mit einem anderen Mann. Bis heute hat Sakinatu keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter gehabt. Die Grosseltern halten sich als Bauern über Wasser. Sakinatu konnte bis jetzt nie eine Schule besuchen. Mit dem Geld wird sie die Möglichkeit erhalten, Unterricht im Dorf nehmen zu können. Entweder besucht sie ein paar Privatstunden, um wenigstens ein paar Worte Französisch zu lernen oder sie kann bei den Schwestern einiges für ihren Alltag lernen.
Aus Kongui waren Djenabou und ihr Bruder auf dem Mofa gekommen. Noch immer fehlte uns das Kalenderkind vom Dezember-Kalender 2009. Wir fanden heraus, dass die Kleine die Schwester von Djenabou ist, welche ebenfalls im Kalender2009 abgebildet war. Djouerato ist 6 Jahre alt und wohnt inzwischen mit ihrem Vater Suleiman in Douala. Da ihre Eltern nicht anwesend waren, gaben wir das Schulgeld dem grossen Bruder mit. Er versteckte es in seiner Socke. Beiden bezahlten wir ein Getränk, was sie in Windeseile leer getrunken hatten. Wir wechselten noch ein paar Worte auf Französisch, bevor beide auf dem Mofa wieder nach Kongui zurück düsten.
Schon bald kam der langersehnte Lastwagen mit unseren Hilfsgütern aus Bali-Nyonga. Die Chauffeure waren um 3 Uhr nachts gestartet. Leider hatten sie unterwegs ebenfalls eine Panne gehabt, so dass sie erst um etwa 16 Uhr in Mayo Darle ankamen. Freudige Kinderschreie kündigten seine Ankunft an. Im Nu waren diverse Helfer anwesend, welche halfen, den Lastwagen abzuladen. Unzählige Schachteln Güter für den Spital und die Schule wurden von der Ladefläche gepackt. Schultische, Stühle, Spitalbetten, Moskitonetze, Schultaschen, Wassersäcke, Werkzeug, Fahrräder, Schlafsäcke, Verbrauchsmaterial fürs Spital, Decken, Matratzen sowie Bett- und Patientenwäsche stapelten sich um den Laster. Alles war von der Fahrt bis hierhin gänzlich voller Staub. Mit so vielen Helfern waren alle Güter in kurzer Zeit abgeladen uns an die richtigen Orte verfrachtet. Die Helfer erhielten Feuerzeuge und Taschen und wir knipsten etliche Erinnerungsfotos.
Danach mussten wir uns beeilen, unser Versprechen einzuhalten. Wir bekochten die Sisters und den Pfarrer mit dem aus der Schweiz mitgebrachten Fondue und Weisswein. Alle assen kräftig mit und wir freuten uns darüber. Obwohl das Kochen auf dem Gasherd und in der dunklen Küche ohne Strom für uns schwierig war, gelang das Abendmahl. In gemütlicher Runde verbrachten wir den Abend.