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Kamerun Reisebericht Cameroon

Bali Nyonga – Bamessing – Foumban – Mayo Darle (340 km)


1.4.2010

Nach dem Frühstück im Konvent fuhren wir zum Container, um unser Auto für die Fahrt nach Mayo Darle zu beladen. Einige Dinge, die wir direkt auf der Fahrt in Kongui abgeben wollten, einige zerbrechliche Güter für Mayo Darle sowie unser Gepäck kam auf die Ladefläche. So starteten wir Richtung Norden.

In Bamenda war «Cleaning-Day». Jeden ersten Donnerstag des Monats wird gewischt und aufgeräumt. Den Taxis ist es nicht erlaubt, ab diesem Tag zu fahren. Links und rechts am Strassenrand säumten kleine Hütten, Bananenstauden und Palmen den Weg. Vor Foumban sahen wir erneut die grossen Felder, wo Bohnen, Karotten sowie weiteres Gemüse angepflanzt wird. Aus dem breiten Fluss kann Wasser für die Bewässerung entnommen werden.

Je mehr wir Richtung Norden fuhren, desto mehr sahen wir Moscheen und Minarette. Es wurde immer heisser und staubiger. Nach 3 1/2 Stunden kamen wir bereits in Foumban an, wo wir unsere erste Erfrischung nahmen. Nach Foumban ist die Teerstrasse fertig und die Piste beginnt. Eine Weile fuhren wir noch auf schöner Piste, danach begann die Holperpiste. Kinder kamen mit riesigen Holzbeigen auf dem Kopf aus den Wäldern. Viehhirten trieben ihre Zebuherden zum Kuhmarkt. Im Auto zeigte das Thermometer bald 48 Grad an. Dies hielt Gregory nicht davon ab, seinen Schal sowie seine Kappe anzuziehen. Schliesslich ist der Fahrtwind ja kalt ;-)

Die rote Sandpiste schlängelte sich durch den Busch. Die riesigen Laster vom Norden kamen uns entgegen. Manche mit Zwiebeln, andere mit Benzin oder Alteisen. Jedes Mal wirbelte es so viel Staub auf, dass wir für einen Moment den Weg nicht mehr sahen. Ein breiter Fluss nahe dem Ort Magba, der an Weihnachten noch reichlich Wasser geführt hatte, war fast ausgetrocknet. Ein paar Kinder badeten darin und kamen neugierig auf uns zu, als wir für eine kleine Pause im Schatten anhielten. Die Regenzeit wird sehnlichst erwartet. Nichts desto trotz wuchsen an diversen Orten mitten aus dem trockenen Boden riesige rote Blumen. Die Blumen sind etwa 50 cm hoch und haben einen kreisrunden Durchmesser von etwa 15 cm. Sie werden hier Buschblumen genannt.

Als Gregory bemerkte, dass aus seinem Auto etwas tropft, hielten wir in Magba und liessen es reparieren. Ein leckes Kabel musste ausgetauscht werden. Wir warteten im Schatten eines Baumes, bis der Mechaniker das passende Stück Kabel auf dem Markt organisiert und wieder ins Auto eingebaut hatte. Rund 1 Stunde verging, bis wir weiterfahren konnten. Wir benutzten die Wartezeit, um den Kids um uns herum ein paar Hilfsgüter zu verteilen und mit ihnen zu plaudern.

Auf der Weiterfahrt fanden wir in einem kleinen Ort sogar die Familie einiger Kinder, von denen wir Fotos im Gepäck hatten. Wir hatten sie an Ostern 2009 fotografiert, als sie mitten aus dem Busch gekommen waren und wir ihnen Hilfsgüter verteilt hatten. Die Familie freute sich riesig über die Fotos. Wir staunen immer wieder, wie man sich hier kennt, obwohl man fast keine Möglichkeit für Transport hat. Ausser ein paar Mofafahrern (Taxis) und den grossen Lastwagen aus dem Norden passieren nur wenige Autos diese Piste. Die meisten Autos sind gänzlich überfüllt beladen, meistens uralte rostige klapprige Gefährte, über die wir uns wundern, dass sie überhaupt noch fahren oder noch nicht auseinander fallen.

In einem weiteren kleinen Ort mitten im Nichts kamen die kleinen Kids schon angerannt, als sie uns anfahren sahen. Auch sie erinnerten sich noch an uns. Ein kleiner Junge machte richtige Luftsprünge, als er sein Foto von uns erhielt.

Als wir wieder einmal Halt machten, um im Busch die schönen Blumen zu bestaunen, hielt ein Mofafahrer an. Es war Alphonse von Kongui. Wir teilten ihm mit, dass wir soeben zu ihm unterwegs sind. So fuhren wir weiter nach Kongui, wo wir diverse Hilfsgüter verteilten. Wassersäcke, Shirts, Feinstaubmasken für die Mofafahrer, Handschuhe, Caps, Fussball, Feuerzeuge und Werkzeuge konnten wir für die Bewohner abgeben. Wir schossen diverse Erinnerungsfotos für uns und die Sponsoren der Hilfsgüter.

Schon bald wurde es dunkel und wir mussten uns beeilen, um nach Mayo Darle zu kommen. Die Dämmerung ist nur kurz, und schnell wird es dunkel. So mussten wir noch rund 2 Stunden in der Dunkelheit fahren, bis wir endlich Mayo Darle erreichten. Wir alle waren ziemlich kaputt von der langen und heissen Fahrt. Die Sisters erwarteten uns bereits. Sie halfen uns, unsere Güter abzuladen und verpflegten uns im Konvent mit einem feinen Abendessen. Wir waren wirklich sehr müde und schliefen fast auf den Stühlen ein. So schleppten wir uns nur noch unter die Dusche und später todmüde ins Bett. Die Schwestern und der Pfarrer waren wegen Gründonnerstag noch bis spät in die Nacht in der Kirche. Wir hörten ihre Gesänge und Gebete und schliefen bald ein.


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