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Kamerun Reisebericht Cameroon

Bali Nyonga – Enwen – Batibo – Bali Nyonga (60 km)


31.3.2010

Am Morgen mussten wir zuerst alle Sachen für die Lastwagenfahrt nach Mayo Darle parat machen. Da wir einen Tag früher als der Lastwagen abfahren, soll in einem Raum alles parat sein. Die Chauffeure und einige Helfer werden ohne uns den Lastwagen beladen und uns folgen. So teilten wir neu ein, was auf den Lastwagen soll und was wir auf unserem Auto für unterwegs transportieren. Währenddessen montierte Babila an weiteren Fenstern des Konvents Moskitonetze und Gregory fuhr nach Bamenda, um seinen kaputten Pneu reparieren zu lassen. Später gingen wir ums Spital, um uns die Spenden gemeinsam mit Sr. Candida anzuschauen. Sie hatte bereits alle Schachteln geöffnet und die Dinge an die richtigen Plätze gebracht. Rollstühle, Bettwäsche, Patientenwäsche, Steriles Wasser, Erste-Hilfe-Sets, Tupfer, Handschuhe, Nachtöpfe, Verbände und vieles mehr haben ihren Platz gefunden. Voller Stolz zeigte sie uns die zwei PCs, welche sie ebenfalls erhalten und in ihrem Büro aufgestellt hatte. Ein weiteres Mal besichtigten wir das Röntgengerät, welches wir mitfinanzieren konnten. Sie hatte bereits ein Bild gemacht, weil sie einen Sturz gehabt hatte und ihr seid da das Handgelenk schmerzt.

Gegen Mittag fuhren wir gemeinsam mit Charles nach Enwen, wo wir an einem Schulhausbau mithelfen. Wir waren gespannt, ob seit Weihnachten die Schule fertig gebaut worden war. Wir hatten damals nochmals weitere Spendengelder gegeben, damit die Türe, das Dach und der Verputz fertiggestellt werden kann. Als wir nach holpriger Fahrt ankamen, waren schon einige Leute des Dorfes anwesend. Arbeiter waren am Verputz eines anderen Schulgebäudes beschäftigt. So waren wir ziemlich enttäuscht, dass sich seit Weihnachten an dem von uns mitfinanzierte Gebäude gar nichts Neues getan hatte. Das Versprechen war nicht eingehalten worden. Unsere Meinung kommunizierten wir dem Dorf auch weiter. Doch da wir schon an Weihnachten beschlossen hatten, die weitere Hilfe für Enwen dem Projekt Nahow zu überlassen, sind weitere Finanzierungen unsererseits nicht mehr zu erwarten. Wir denken, dass es keinen Sinn macht, dass an einem Platz zwei Hilfsorganisationen sind. Ashia hat den Start für den Schulhausbau gemacht und Nahow wird sich hoffentlich weiterhin für Enwen einsetzen. Wir werden auf unserer nächsten Reise das fertige Gebäude sehen können, wurde uns versprochen.

Nichts desto trotz verteilten wir den Bewohnern diverse Hilfsgüter. Kleider, Caps, Schuhe, Taschen, Feuerzeuge, Wassersäcke, Erste-Hilfe-Set, Plastikblachen und Regenschütze lösten Freude unter allen aus. Für unseren Besuch waren auch ein paar Schulkinder trotz Schulferien gekommen. Der Fon (König) des Dorfes war ebenfalls anwesend. Wie es sich gehört durften wir ihm die Hand nicht schütteln. Auch er freute sich über ein neues Schweizer-Käppli. Er zog dafür sogar sein traditionelles Käppli aus und stand für ein Foto mit dem neuen Käppli hin.

Nach allgemeiner Verabschiedung starteten wir die Weiterfahrt nach Batibo. Sr. Jane hatte uns von einem zweiten Waisenhaus namens «Good Shepherd» erzählt, welches sie dort aufgebaut hatte. Wir fragten ein paar Mal nach dem Weg und fanden tatsächlich mitten im Nichts ein schönes Waisenhaus. Die Kids und die Betreuer wussten nichts von unserem Besuch. Doch alle waren anwesend (Schulferien) und sprangen gleich auf uns zu, begrüssten uns und umarmten uns. 23 Kinder, die Epileptiker, haben hier ein neues Zuhause gefunden. Alles war in wunderbarer Ordnung aufgeräumt. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und alle Kinder versammelten sich um uns. Die Kinder sangen und sprachen jedes Einzeln Sprüche aus der Bibel vor. Uns standen die Haare zu Berg über die eindrücklichen Sätze, die die kleinen Knöpfe von sich gaben. So sangen sie zum Beispiel, dass sie gewollt waren, kein Unfall, ein Geschenk Gottes. Dass Gott sie genau so gemacht hat, dass sie füreinander da sind, dass sie einander helfen, dass sie hart arbeiten und lernen wollen, sich selber und andere lieben. Wie oft wohl sind diese Waisenkinder schon ausgelacht worden, weil sie anders sind als die anderen. Doch hier im Heim erhalten sie Liebe und Wärme. Mary, die Leiterin, und ein jüngerer Mann schauen zu zweit zu den Kids. An den Wänden hingen Bilder von den Kids, teilweise trugen sie die von uns an Weihnachten geschenkten Pullover oder Shirts. Sr. Jane hatte sie bis hierhin verteilt. Wir freuten uns darüber. Der Platz gefiel uns so gut, dass wir entschieden, eine grosse Spende zu hinterlassen. Drei grössere Kids und Leiterin Mary nahmen das Geld entgegen und tanzten vor Freude. Sie kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie bedankten sich etliche Male. Danach starteten wir zur Rückfahrt nach Bali-Nyonga. Mit auf den Weg gab uns ein grösseres Waisenkind noch ein schönes Gebet, womit sie uns eine gute Fahrt, gute Gesundheit, Stäke für uns und unsere Familien und die weitere Arbeit wünschte.

Bald waren wir wieder zurück in Bali. Wir machten weitere Güter für die Abfahrt am anderen Tag bereit. Am Abend gab es für die wartenden Kids noch Luftballons, womit sie glücklich nach Hause rannten. Nach dem Abendessen im Konvent gingen wir früh aufs Zimmer, um unser Gepäck für die Fahrt in den Norden parat zu machen und uns früh schlafen zu legen.


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