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Kamerun Reisebericht Cameroon

Bali Nyonga


29.3.2010

Nach dem Frühstück hatten wir uns mit den Schreinern und einigen Helfern von uns verabredet, um das Projekt «Moskitonetzmontage» in Angriff zu nehmen. Dafür mussten wir zuerst alle Moskitonetze aus dem Container räumen und sortieren. Wir hatten aus einer Spende diverse Grössen und Montage-Arten erhalten. Die Idee war gewesen, dass die Schreiner später alle Netze selber montieren. Vom Schreiner-Chef waren jedoch nur drei Arbeiter und der Chef selber gekommen, welcher irgendwie demotiviert war. Anscheinend war ihm etwas gestohlen worden und nun wollte er zuerst dieses Problem lösen. Obwohl wir mit ihm abgemacht hatten, liess er uns hängen. Wir diskutierten hin und her und teilten ihm mit, dass es ein Teil des Deals gewesen war, dass er uns für die gespendeten Maschinen später hilft, wenn wir fürs Spital etwas benötigen. Er wollte nicht darauf eingehen. Auch der Hinweis, dass wir ihm die Maschinen wieder abzügeln würden und dafür einen anderen Schreiner suchen, liess ihn ziemlich kalt. Ihn beschäftigte jetzt etwas anderes. Schliesslich einigten wir uns, dass er drei seiner Arbeiter hier liess und seinen privaten Dingen nachgehen kann. Leider schien er nicht gerade die besten drei geschickt zu haben. Es benötigte ewig, bis das Team sich gefunden hatte und ein erstes Fenster in Angriff nahm. Ein Helfer von uns wusste von Weihnachten her, wie es funktioniert. So zeigte er ihnen, wie es geht, und gemeinsam montierten sie die Netze, welche man später öffnen und schliessen kann. Unsere Gruppe montierte während dessen alle Netze, welche man fast ohne Werkzeug (mit Klettverschluss, Hammer und Nagel) montieren kann. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wurden wir zu einem guten Team und bekamen noch weitere Hilfe von weiteren Burschen, die gerade in der Nähe waren und nichts zu tun hatten. So schafften wir es, bis 14 Uhr rund 16 Moskitonetzte zu montieren. Die zweite Gruppe kam wesentlich langsamer voran. Es fehlte an Schrauben, die gekauft werden mussten. Danach brauchten sie ein Verlängerungskabel. Wieder wurde gewartet. Dann merkten sie, dass sie Holz benötigen, um die Gitterrahmen zu fixieren. Das Holz musste organisiert und hingebracht werden. So verzögerte sich die Montage und die Gruppe sass des Öfteren herum und suchte dies oder wartete auf das...

Nach einer gemeinsamen Pause mit kühlen Getränken räumten wir die restlichen Netze zurück in den Container und die zweite Gruppe montierte die weiteren Fenster. Wir wurden im Konvent zum Mittagessen eingeladen. Die Sonne brannte vom Himmel und wir waren froh, dass unsere Arbeit fertig geworden war. Stolz blickten wir auf die schönen Fenster, welche nun mit Moskitonetzen ausgestattet waren. Die Spitalbesucher und Patienten sowie die Angestellten bedankten sich für unsere Arbeit und freuten sich mit uns. Als Dank schenkten wir den fleissigen Helfern Wassersäcke, Taschen und Moskitonetzte für ihre eigenen Häuser.

Nach dieser Arbeit gingen Silvia und ich ins Internet, um unsere Fotos und Geschichten nach Hause zu schicken. Im Internetkaffee von Eric durften wir uns in seinem Büro einrichten. Stolz zeigte er uns seinen neuen Raum, in dem er bereits einige der von uns gespendeten Computerstationen aufgebaut hatte. Währenddessen wir im Internet waren, fuhren Felix und Gregory zur Schule, wo wir gestern Abend noch weitere Computer gebracht hatten. Auch dort waren die Stationen bereits aufgebaut worden. Doch weil wir ein wenig später als verabredet gekommen waren, waren die Schulleiter nicht mehr vor Ort, so dass wir einen anderen Tag nochmals hinfahren werden.

So verging der Tag im Flug, wir genehmigten uns im Restaurant von Doris in gemütlicher Runde noch eine Erfrischung, Brot und Erdnüsse und zogen uns danach bald ins Zimmer zurück, um zu duschen und die Geschichten des Tages zu notieren. Auf dem Nachhauseweg sahen wir etliche Glühwürmchen im Gras oder in der Luft. Fasziniert suchten wir mit der Taschenlampe im Gras nach den Tierchen, die sich schlussendlich gar nicht als Würmchen, sondern eher als kleine Fliegen entpuppten. Im Haus angekommen machten wir die übliche Runde im Haus, bei der wir auf Kakerlaken- und Spinnenfang gingen. Unser Haus-Eidechslein blieb natürlich im Badezimmer sitzen, an sie haben wir uns bereits gewöhnt und sie hält uns sicherlich von manch anderen unerwünschten kleinen Besuchern fern. Leider erwischten wir auch an diesem Abend die riesige (schätzungsweise 10 cm lange) Kakerlake nicht... Wir sind uns gewohnt, alle Taschen, Säcke und Koffer immer umgehend wieder zu verschliessen, sofern wir nicht einige davon mit nach Hause bringen möchten ;-)


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