Bali Nyonga Njinikom Bali Nyonga (140 km)
27.3.2010
Nach dem Frühstück im Konvent beluden wir das Auto mit einer Ladung Hilfsgüter für das Spital in Njinikom. Wir fuhren erneut via Bamenda. In Bamenda besuchten wir noch einen Bekannten, der Critschi herstellt. Critschi ist ein getrocknetes Fleisch, das in dünne Scheiben geschnitten wird und mit einem scharfen Gewürz mariniert ist. Der Critschi-Verkäufer war gerade noch mit einer Ziegenschlachtung beschäftigt. Der Kopf und die Füsse lagen am Boden, der Körper der Ziege lag auf dem Tisch und das Blut tropfte in eine Schüssel ab. So früh am Morgen nicht ein wirklich schöner Anblick. Daneben plärrte ein Schaf, dem das Selbe blühte...
Der Spital Njinikom liegt etwa 3 Fahrstunden von Bali-Nyonga weg. Es war bereits unser zweiter Besuch dort. Die Fahrt führte über hügelige und üppig grün bewachsene Berge. Überall waren Menschen in den Feldern oder im bergigen Hügel an der Bepflanzung oder Ernte. Bananen, Plantain, Zuckerrohr, Avocado, Karotten, Zwiebeln, Kartoffeln und Pepe wuchsen in den Feldern. Sr. Xaveria freute sich, uns wieder zu sehen. Und sie freute sich noch viel mehr, als sie all die vielen Hilfsgüter sah. Wir luden eine Schachtel um die andere ab. Antibiotika, Bettpfannen, Wassersäcke, Verbände, Bettanzüge, Tücher, Plüschtiere, Sackmesser, Feuerzeuge, Schreibblocks, Erste-Hilfe-Sets, Tragbarren, Ordner, Schreibzeug, Wasserflaschen und vieles mehr durften wir abgeben. Ebenfalls Werkzeug wie Schaufeln, Pickel und Spaten. Über diese freute sie sich auch sehr, weil sie vor zwei Tagen gebeten worden war, dass sie diese Werkzeuge kaufen gehen soll, damit sie beim Bau eines neuen Hauses weiter arbeiten können. Sie hätte gesagt, sie sollen doch noch warten und erst nächste Woche die Werkzeuge kaufen. Nun hätte sie dies erhalten. Was für ein Segen! Sie war platt vor Freude. Um die Güter herum standen diverse Patienten und Angehörige, die aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. Ebenfalls kamen der Arzt und weitere Schwestern des Spitals, um die Güter anzuschauen.
Nach der langen Fahrt servierte sie uns zuerst eine kühle Erfrischung und wir machten eine kurze Pause. Wir entschieden, hier eine grosse Spende abzugeben, weil wir an Weihnachten an diesen Ort nicht mehr hatten fahren können. Sr. Xaveria fehlten die Worte, als sie unsere Spende erhielt. Sie kippte fast vom Stuhl, so sehr war sie überrascht und erfreut. Sie begann zu singen und umarmte uns und war überglücklich. Sie erzählte uns von all den vielen Patienten, die täglich kommen und ihre Spitalrechnung nicht bezahlen können. Alleinig im Januar seien 600 säumige Personen gekommen. Mit dieser Spende könne sie alle offenen Rechnungen begleichen. Wenn jemand nicht bezahlen kann, stellen sie ihn im Spital für Arbeiten an. Wenn die Arbeiten gut ausgeführt werden, besteht allenfalls die Möglichkeit, später im Spital einen Job zu erhalten. Sie wisse nicht, wie sie uns dafür danken könne.
Danach gingen wir noch kurz ums Spital. Zwei junge Mädchen waren soeben operiert worden und lagen mit gegipsten Beinen im Bett. Von ihnen hatten wir zuvor im Spital von Bafut Fotos gesehen, wie sie vor der Operation ausgesehen hatten. Schlimme Missbildungen der Beine, sie hatten nicht aufrecht gehen oder stehen können. Nun konnten beide schon fast wieder ein klein wenig lächeln und sich auf ihr neues Leben freuen.
Es wurde immer heisser und wir traten langsam aber sicher die Rückfahrt an. Wir waren in guter Stimmung und sangen lautstark Schweizerlieder. Das Gefühl, helfen zu können, freute uns alle ebenfalls. Gegen 17 Uhr waren wir wieder in Bamenda. Eigentlich hatten wir dort auf dem Markt noch Gemüse und Früchte kaufen wollen. Doch der Markt war so überfüllt und es war fast kein Weg zu finden, so dass wir uns entschlossen, zurück nach Bali-Nyonga zu fahren.
Um 17.30 Uhr waren wir wieder im Compound. Wir freuten uns auf eine erfrischende Dusche. Doch leider war das Wasser ausgegangen... nach dem wir in der Nacht und am Morgen keinen Strom gehabt hatten, war nun kein Wasser mehr vorrätig. Glücklicherweise hatten wir noch Wasser in Kübeln vorrätig, womit wir eine Katzenwäsche erledigen konnten.
Nach dem Abendessen im Konvent bei den Sisters genossen wir den Feierabend im Restaurant von Doris. Es wurde eine gemütliche Runde mit Akkordeonspiel, Bier und Gesprächen.