Bali Nyonga
25.3.2010
Für diesen Tag stand die komplette Container-Ausräumung auf dem Plan. Nach dem Frühstück versammelten sich diverse Helfer um den Container. Rund 20 Männer und Frauen, die uns schon die vorherigen zweimal geholfen hatten, waren freiwillig wieder gekommen, um uns zu helfen. Alles musste ausgeräumt, sortiert und wieder frisch eingeräumt werden. Zum Glück war das Wetter gut; der Himmel war zwar noch immer bedeckt von Sandstaub, doch so war es nicht allzu heiss. So durchtrennten wir mit der grossen Säge das Siegel, öffneten das Schloss und schliesslich vorsichtig die erste Türseite des Containers. Schon fielen uns ein paar Kleinigkeiten entgegen, die wir zu Hause noch in alle Ritzen und Ecken gestopft hatten. So nahmen wir nach und nach Schachtel um Schachtel und diverse weitere unverpackte Güter wie Fahrräder, Rollstühle, Spitalbetten u.v.m. aus dem Container. Im Laufe der Ausräumung gesellten sich immer mehr Helfer dazu, was zwar nett gemeint war, doch die Arbeit ein wenig erschwerte. Jeder wollte mit anpacken, wahrscheinlich gab es ja nachher etwas für die Hilfe. Schlussendlich war es fast nicht mehr zu überblicken, wer von Anfang an geholfen hatte und wer sich einfach dazu gesellt hatte, um etwas abzubekommen. Wir spendierten dazwischen zweimal ein Getränk für alle Helfer. So war es bei der ersten Runde noch zwei Harass voll, bei der zweiten Runde dann schon das Doppelte und reichte noch immer nicht für alle. Es wurde schwierig, die Sache zu überblicken. Die treuen Helfer hatten alle Hände voll zu tun, zu schauen, dass nichts abhandenkam oder in falschen Händen einen Weg von uns weg fand. ..
Nach 2,5 Stunden war der komplette Container ausgeräumt! Die Güter waren sortiert nach Spital, Schule, Waisenhaus oder diversen anderen kleineren Posten. So räumten wir es getrennt im Container wieder ein. Ebenfalls bekamen wir im Spital von Bali-Nyonga zwei Räume zur Verfügung, wo wir die Güter vorübergehend einräumen durften. Wir hatten so viele Güter und es war schwierig, genug Platz für alles zu finden. Ein grösserer Posten vieler karierter Schreibblocks wurde direkt von einem Lehrer der Schule „Gouvernement Technical School“ von Bali abgeholt. Einen weiteren Posten Erste-Hilfe-Sets holte ein Vertreter des Komitees für Mofafahrer von Bali ab. Die Idee ist, dass jeder Mofafahrer eine ordentliche Lizenz löst und durch ein Geschenk eines Erste-Hilfe-Sets kleine Wunden selber verarzten kann. Das Geschenk soll ein Anreiz sein, dass die Lizenz auch tatsächlich gelöst wird.
Nach rund 8 Stunden war alles wieder verräumt oder im Container verschlossen. Es war ein Kräfteakt gewesen und wir alle waren ziemlich müde. Des Weiteren hatten wir uns bereits einen ersten heftigen Sonnenbrand geholt. Die vielen Helfer wollten noch verdankt werden. Die Verteilung verlief ein wenig chaotisch. Glücklicherweise hatten wir genug für alle, so dass schlussendlich jeder mit einem oder mehreren Geschenken nach Hause durfte. Das Tor zum Spitaleingang war schon vorher abgeriegelt worden, damit nicht immer noch mehr Leute hinein kamen und unsere Arbeit erschwerten.
Im Spital wurden wir fein bekocht und konnten uns wieder stärken. Danach fuhren wir zum Restaurant von Doris, um unser Feierabendbier einzunehmen und uns noch ein wenig Freizeit zu gönnen. Nach und nach gesellten sich einige bekannte Gesichter zu uns und es wurde eine gemütliche Runde. Von zu Hause mitgebrachte Guetzli und die Shisha wurden geteilt und es wurde viel geredet und gespasst.
Unter Mondschein spazierten wir schlussendlich zurück zum Compound, um uns schlafen zu legen.