Bali Nyonga Enwen Bali Nyonga (60 km)
10.04.2009
An diesem Tag stand zuerst das Spital Bali auf unserer Spendenliste. Jeder Patient sowie deren Betreuer erhielten ein Präsent aus dem Container, der mittlerweile schon eine Weile neben dem Spital steht. Von Neugeborenen über in den Wehen liegenden oder alten Patienten wurden alle beglückt und freuten sich sehr über das Ostergeschenk. Einmal mehr waren wir erschreckt über die Zustände im Spital, auch wenn es eher ein Spital der besseren Klasse ist. Die betreuenden Verwandten der Patienten liegen teils am Boden auf Matratzen. Die Moslems kommen meistens in ganzen Scharen zu ihren Verwandten, so dass ein Neugeborenes schon bis zu 15 Personen in einem kleinen Räumchen um sich geschart hat.

Baby im Spital von Bali-Nyonga. Der Gebärsaal des Spitals.
Als nächstes Stand der Besuch der Schule Enwen an. Wir hatten uns nur kurz zuvor per Handy gemeldet, dass wir in demnächst kommen würden und sogleich unseren Pickup mit Hilfsgütern für die Schule beladen. Voller Spannung fuhren wir ins abgelegene Dörfchen nahe Bali. Wie weit würde der Schulhausbau fortgeschritten sein, seit wir im Januar 2009 das erste Mal Spendengelder hinterlassen hatten? Die Strasse nach Enwen war wie letztes Mal in sehr schlechtem Zustand und der einsetzende Regenfall erschwerte das Fahren zusätzlich. Wir sind dankbar über das neue Transportmittel und mit dem 4WD schafften wir auch diese Hürde. Ein kleiner Zwischenhalt wurde abrupt beendet, als mir etliche Ameisen das Hosenbein herauf krochen und zu allem Unwesen mich noch ins Bein stachen. Sie liessen sich fast nicht mehr abschütteln und krallten sich richtiggehend an mir fest.

Piste nach Enwen. Blick zur Schule von unten. Fundament des neuen Schulgebäudes, das Dank Spenden unter anderem von Ashia hier entstehen wird.

Die Männer aus Enwen freuen sich über die Spenden für ihr Dorf und die Schule. Bestehendes Schulzimmer, das die Regierung finanziert hat. Versammlung um die mitgebrachten Güter.
In Enwen waren ein paar Männer des Dorfes sowie unsere zwei Kontaktmänner bereits versammelt. Wir beeilten uns mit dem Abladen, die schwarzen Wolken kündigten den nächsten Wolkenbruch an. Gerade rechtzeitig konnten wir noch alles unter Dach bringen, bevor es in Strömen zu regnen begann. Danach besichtigten wir den startenden Neubau. Es hatte ein paar Startschwierigkeiten gegeben, wurden wir aufgeklärt. So konnten sie erst 3-4 Wochen vor unserer Ankunft mit dem Bau beginnen. Entsprechend war noch nicht allzu viel zu sehen. Die Baustelle zeigte das Fundament und den Aushub der zwei neuen Klassenzimmer. 12 Männer arbeiten derzeit an der Baustelle und das Material zur weiteren Arbeit lag neben der Baustelle bereit. Wir hoffen, bei unserer nächsten Reise entsprechend weitere neue Fotos der Schule schiessen zu können. Unsere diversen Schachteln an Hilfsgüter, bestehend aus Ordner, Klemmhefter, Plüschtieren, Schuhen, Kleider, Rucksäcken, Kreide, Schreibzeug, Fussbällen und zwei Wandtafeln freute die Anwesenden und wir hoffen, damit einen weiteren Fortschritt für die Schule gebracht zu haben.
Bei der Rückkehr waren einmal mehr einige Kinder um den Container versammelt und wir beschlossen, ihnen nochmals etwas zu schenken. Das System, in einer Reihe anstehen, schien mittlerweile Früchte getragen zu haben und sie stellten sich ordentlich hin und freuten sich riesig über das Ostergeschenk. Des Weiteren hatten wir ein paar spezielle Hilfsgüter zu verschenken wie zwei Haarschneidmaschinen, mit welchem wir zwei Coiffeurgeschäftchen im Ort beglückt haben. Den ersten Besuch nutzten wir gleich, um Felix einen neuen Haarschnitt zu verpassen, was nach etwa 10 Minuten bereits fixfertig fertig war und tiptop ausschaute. Der Coiffeursessel bestand im Übrigen aus ein paar Eisen auf eine alte Autoradfelge geschweisst, der sich drehen liess und weiss bemalt war. Der zweite Coiffeurladen war so klein, dass ausser dem Inhaber und dem Besucher kaum weiter Platz war. Auf knapp 2x2 Meter lässt sich hier schon ein kleines Business aufbauen.

Im Friseurladen von Bali-Nyonga. Die Haarschneidmaschine kommt zum Einsatz. Feierabendliche Besprechung mit den Lehrpersonen der Presbyterian School Tikali.
Den Vorabend nutzten wir, um weitere wichtige Persönlichkeiten der Presbyterien School in Bali kennen zu lernen. Der Schulleiter sowie zwei weitere wichtige Vertreter waren gekommen, nachdem wir kurz zuvor telefoniert hatten. Wir staunten erneut, wie schnell hier ein paar wichtige Leute zusammen getrommelt werden können und umgehend Zeit haben, um sich mit uns hin zu setzen und etwas zu besprechen. In unseren Breitengraden wäre das schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wir weihten sie in unsere Spendengüter ein und verabredeten uns für den nächsten Tag zu einer Übergabe an die Schulleitung. Die offizielle Übergabe an die Kinder wird dann kurz vor unserer Abreise mit uns gemeinsam stattfinden, wenn die Schule wieder geöffnet hat.

Bei den Sisters im Spital von Bali-Nyonga. Bügeleisen, Computer, Schreibmaschine und Regenschütze lassen die Gesichter der Sisters erstrahlen. Everybody is happy...
Das Abendessen durften wir einmal mehr im Spital Bali geniessen, welches sich über einen neuen Zwiebelhacker gefreut hat. Was für ein Hightech-Gerät, das wir in diese Küche bringen konnten. Die jungen Mädels freuten sich riesig über das Mitbringsel. So kommen auch Spenden an richtige Orte, die teils eher schwierig einzuschätzen sind und wir selber bei der Verpackung zu Hause ins Grübeln kommen, wo und wann es eingesetzt werden kann. Die Gärtner des Spitals erhielten neue Regenschütze, damit sie während ihrer Arbeit nicht ständig nass werden. Gerade jetzt in der Regenzeit schüttet es teilweise so extrem vom Himmel, dass man innert kürzester Zeit bis auf die Haut nass ist.