Limbe Douala (62 km)
14.1.2010
In Limbe fanden wir sogar einen Morgenkaffee und ein Omelett. Obwohl es heiss und schwül war, genossen wir das Getränk. Danach starteten wir zur Mile 11, wo wir den Tag im Schatten und am Strand verbrachten. Die Geschichten mussten aufgeschrieben und per Internet nach Hause geschickt werden. Am Strand war es angenehm kühl und ein Lüftchen blies uns um die Ohren. Dem drahtlosen Internetzugang sei dank, dass wir somit Arbeit und Vergnügen kombinieren konnten. Wir trafen ein paar bekannte Gesichter und genossen den ersten faulen Tag, seit wir in Kamerun waren. Der Strand war am Morgen noch fast menschenleer. Die hohen Wellen überschlugen sich bis zu zwei Meter hoch. Die kühle Erfrischung tat gut. Der Strand war sauber geputzt, kein Blatt lag am falschen Platz. Doch leider übertreiben es die Hotel-Besitzer mittlerweile mit den Preisen für Getränke oder Essen. Ein schöner Sonnenuntergang wird uns in Erinnerung bleiben.
Am Abend hatten wir uns zum Abschluss mit Freunden aus Bali verabredet, die in Limbe wohnen. Wir kannten sie bereits von der letzten Weihnachtsreise, wo sie uns eingeladen hatten und wir mit ihnen den Sonntagabend traditionell feiern durften. Der Präsident, der Vizepräsident und einige Mitglieder der Chamba Gruppe waren unserer Einladung gefolgt. Sie freuten sich alle, uns wieder zu sehen. Wir verbrachten mit ihnen einen lustigen Abend in gemütlicher Runde. Es floss reichlich Bier und wurde viel Witziges geplaudert. Die Shisha drehte ihre Runde durch die ganze Gruppe. Einige von ihnen kannten dies schon vom letzten Treffen. Den Höhepunkt bildeten vier Wunschlaternen, die wir im Freien stiegen liessen. Alle rundherum schauten gespannt zu, als wir diese steigen liessen. Die Security von Limbe kam zu uns und Gregory musste ihnen erklären, dass dies nichts Bedrohliches ist und sie es bitte nicht abschiessen sollen ;-) Auch wenn die Flugrichtung direkt in ihre Basisstation ging... Diverse Mofafahrer oder Fussgänger hielten an und schauten den Wunschlaternen am Himmel nach, bis sie langsam aber sicher verschwanden. Es wurde gemeinsam gesungen und Geschichten ausgetauscht. Sie fanden es total witzig, als wir ihnen unsere Schweizer Schunkellieder (es Buurebüebli...) beibrachten. Und wir fanden es im Gegenzug genauso spannend, ihre traditionellen Lieder zu hören.
Wir verabschiedeten uns gegen späteren Abend und versprachen, bald wieder bei ihnen vorbei zu schauen. Nach einer kühlen Dusche legten wir uns müde unters Moskitonetz und schliefen ein.
15.1.2010
Am Morgen früh packten wir alle unsere Sachen und machten uns auf Richtung Douala. Wir hatten uns in der Mission verabredet, um die Container-Geschichten zu klären. Als erstes lag das Problem vor, dass uns im zweiten Container diverse Güter gestohlen worden waren (4 Laptops, 2 Matratzen, diverse Aktenkoffern, eine Mikrowelle sowie unzählige Stifte und Schreibhefte). Auch wenn wir wussten, dass es keine Möglichkeit gibt, die Sachen zurück zu bekommen, wollten wir es klären. Beim dritten Mal soll und darf dies auf keinen Fall mehr vorkommen. Ein leides Thema... Der für uns zuständige Priester teilte uns mit, dass er beim Öffnen dabei gewesen war. Es habe so lange gedauert, dass es schon dunkel geworden sei. Es habe unzählige Leute mit dabei gehabt und für kleinere Artikel könne er nicht garantieren. Die Personen am Zoll seien dermassen korrupt, die trügen grosse Jacken mit dicken Taschen, die sie gerne mit Gütern füllen, die ihnen nicht gehören. Grössere Artikel jedoch können nicht so einfach davon getragen werden. Trotz allem fand er keine Lösung und kannte das Problem, welches leider kaum lösbar ist. Wir liessen ihm zwei der genannten Artikel dort, die wir doppelt hatten, damit er am Zoll seine Fühler ausstrecken kann. Vor allem die fehlenden Aktenkoffern sind sehr einfach zu eruieren, weil sie alle ein Logo grafiert haben, das es nur in der Schweiz zu beziehen gibt und sonst in ganz Kamerun sicherlich niemals unter die Leute kommt. Des Weiteren gaben wir die Papiere für den dritten Container ab und hoffen wirklich, dass davon nichts «verloren» geht...
Danach fuhren wir zu Henry nach Hause, dem Bruder von Gregory. Mit im Haus wohnt die Mutter und auf Besuch waren an diesem Tag ebenfalls beide Schwestern Rose und Helene. Die Familie mit Kind und Kegel sind allesamt eine aufgestellte «Truppe» und nahmen uns äusserst freundlich auf. Bei ihnen verbrachten wir den restlichen Tag, bis wir zum Flughafen fuhren.
Der Weg zum Flughafen war einmal mehr heiss und schmutzig. Bald erreichten wir das Ziel, wo wir uns ein weiteres Mal durch die Menschenmenge quälten, alle Papiere in Ordnung brachten, die Gepäckstücke prüfen liessen und danach im kalten Warteraum auf den Heimflug warteten. Der Flughafen hat sich seit unserem ersten Besuch 2006 ziemlich verändert und wird immer organisierter und besser. Langsam aber sicher hält der Fortschritt Einzug. Auch sicherheitstechnisch sind viele Veränderungen zu bemerken.
Unsere fünfte Spendenreise war somit zu Ende. Wir waren glücklich und dankbar, dass alles so wunderbar geklappt hatte. Rund 3000 Kilometer Autofahrt über alle möglichen Pisten lagen hinter uns. Erinnerungen an viele freudige dankbare Gesichter. Unzähliges Händeschütteln, gute Wünsche, Gebete für uns und unsere Zuhause gebliebenen, Grüsse an «Hinz und Kunz» und Unmengen an Geschenken dürfen wir mit nach Hause bringen. Und die Gewissheit, schon bald wieder im Land zu sein und die nächste Spendenreise zu starten...
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