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Kamerun Reisebericht Cameroon

Bali Nyonga – Bafoussam – Foumban – Mayo Darle (340 km)


2.1.2010

Früh am Morgen starteten wir Richtung Norden. Der Lastwagen mit den Hilfsgütern war schon um 4 Uhr losgefahren und wir folgten ihm ein paar Stunden später. In Bamenda besorgten wir auf dem Markt noch ein paar Mitbringsel wie Schreibmaterialien o.ä. Auf dem weiteren Weg fuhren wir erneut an einem Marktstand vorbei, wo wir die Marktfrauen noch vom vorherigen Besuch kannten. Sie freuten sich riesig, als wir ihnen ihre Bilder mitbrachten und verschenkten. Stolz präsentierten sie sich für neue Fotos vor ihren Ständen. Tomaten, Bohnen, Kabis, Zwiebeln, Pepe, Bohnen, Karotten, Ingwer: alles war fein säuberlich auf dem Tisch zur Präsentation. Einige waren schon richtig in Stimmung trotz früher Stunde. Der Neujahrstag war noch immer nicht fertig gefeiert worden.

Gegen Mittag hatten wir dank guter Strasse bereits Foumban erreicht. Dort fuhren wir zur Schule Petit Louh, um weitere Kisten Hilfsgüter aus der Schweiz abzugeben. Weil wir unserem Lastwagen folgen wollten, blieben wir jedoch nicht länger und starteten bald wieder weiter Richtung Mayo Darle. Kurz nach Foumban wird die Strasse schlechter. Keine Teerstrassen mehr, sondern Pisten waren von nun an der Weg. Zuerst kamen wir noch flott voran, doch je weiter wir Richtung Norden kamen, desto schlechter wurde die Strasse. Es wurde heisser und heisser und der Staub der Piste war bald überall. Die Menschen, die auf der Piste zu Fuss unterwegs sind, haben es wirklich nicht leicht. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug kommt, steigt eine riesige Staubwolke auf. Der Sand und Dreck dringt in jede Ritze. Auch wir waren bald schmutzig und schwitzten im heissen Auto. Die Scheiben müssen wegen des Sandes meistens oben bleiben, ansonsten ist im Auto auch alles schmutzig. Die Holperpiste verlangte uns viel ab. Frisch gekauftes Brot war bald zerdrückt, die Tomaten hatten auch schon bessere Zeiten gesehen. Es ist wirklich schwierig, so etwas heil zu transportieren.

Am Strassenrand transportierten Kinder riesige Holzbeigen auf dem Kopf vom Feld nach Hause. Wir hatten auch auf diesem Weg ein paar Bilder abzugeben. Glücklicherweise konnten wir viele auch wieder finden, was jedes Mal unglaublich ist. Obwohl die Distanzen oft Kilometerlang sind, kennen sich die Menschen hier. Oft waren wir auch auf Anhieb am richtigen Platz und fanden die richtigen Menschen. Bei einem winzig kleinen Dörfchen mit nur 3-4 Hüttchen hielten wir ebenfalls wieder. Ein Kind davon ist in unserem Tischkalender. Mit Freude sahen wir an der Wäscheleine die Kleider von unserem letzten Besuch. Sie sind in Gebrauch und halten den schwierigen Bedingungen stand. Die Bewohner bedankten sich mit riesiger Freude bei uns. Für die handvoll Kinder durften wir Schulhefte und Stifte verteilen.

Gegen Nachmittag erreichten wir «unser» Kleines Dorf Kongui, wo wir seit 2006 die Schule sponsern. Natürlich kannten sie uns schon von weitem. Wir konnten Stifte, Schulhefte, Plastikrollen, Papierrollen, Sägen und ein paar Schultaschen abgeben. In der Hitze des Gefechtes fanden wir den Kalender in unserem Gepäck nicht. Doch wir fahren ja auf dem Rückweg wieder hier vorbei, um den Kalender dem Kind zu überreichen. Zwei Baptisten aus einem Nachbardorf waren zu Besuch. Sie erzählten uns, im Dorf hätten sie von uns geredet. Es kämen jeweils zwei Weisse vorbei, die ihnen helfen uns Hilfsgüter bringen. Sie konnten es zuerst nicht glauben. Der Zufall hatte es gewollt, dass sie noch ein wenig länger blieben und somit gleich selber kennen lernen konnten. Das Dorf bedankte sich mit grosser Freude bei uns. Die kleinen Fotos der Dorfbewohner lösten auch hier Freude aus.

In Njamboja machten wir unseren üblichen Erfrischungshalt. Hier hatten wir im Kalender 2009 einen Knaben fotografiert. Leider war in der Zwischenzeit sein Vater an Aids gestorben. Die Bilder von ihm rührten die Menschen. Kurz nach Njamboja kam uns unser Lastwagen bereits wieder entgegen. Die Fahrer waren in unglaublich schnell unterwegs gewesen. Sie hatten in Mayo Darle bereits alles abgeladen und wollten am selben Tag wieder bis nach Hause fahren. Wir hielten kurz an, grüssten und uns besprachen, wie die Fahrt verlaufen war. Die Schwester in Bali hatte für die Fahrer einen Brief verfasst, in welchem Stand, dass sie Hilfsgüter transportieren. So war die Fahrt dieses Mal ziemlich einfacher verlaufen. Ansonsten hätten sie an jedem Kontrollposten etwas bezahlen müssen.

Das restliche Stück weg auf das Adamaoua-Plateau hoch brach die Dämmerung schon langsam an. Der Bursche, dem wir letztes Mal mit seiner verletzten Hand geholfen hatten, wohnt anscheinend mittlerweile in Douala. Doch seine Eltern freuten sich über unseren kurzen Halt und ein paar Bilder.

Kurz vor Dunkelheit waren wir in Mayo Darle angekommen. Zuerst erfrischten wir uns in unserem Stammrestaurant, wo gleich alle bekannten Kindergesichter angerannt kamen. Auch der Vater der Zwillinge, welchen wir die Operation bezahlt hatten, war anwesend. Die Zwillinge und die grosse Schwester (aus dem Kalender 2009) seien noch 2 Tage auswärts, kämen aber pünktlich zum Schulanfang retour. Die zwei Kleinen sind mittlerweile in der katholischen Schule eingeschult worden.

Das Abendessen genossen wir in grosser Runde mit 8 Schwestern des Spitals. Sie waren froh, dass wir die lange Reise heil überstanden hatten. Unsere gesegnete Kerze und die Engelsfigur freuten sie riesig. Es gab viel zu erzählen. Der Spitalbau war gut voran gekommen. Unser neuer Kalender zeigt zwei Kinder aus Mayo Darle. Viele Bilder aus vergangenen Reisen lösten Freude aus. Schwester Evelyne wird versetzt werden. Sie hatte von ihrer Chefin die Erlaubnis erhalten, auf unseren Besuch zu warten und nach unserer Abreise an den neuen Ort Shishong zu fahren, um dort ihre weitere Arbeit aufzunehmen. Wir werden sie natürlich auch dort wieder besuchen. Sie kann stolz sein, den Grund zu sein, dass Ashia entstanden ist. Nach unserem ersten Besuch 2006 hatte sie uns einen Brief geschrieben, der uns berührt hatte. Sie war nun rund 3 1/2 Jahre hier und konnte sehr vieles bewegen. Das Spital wurde seit Ostern neu gestrichen, alles ist in bester Ordnung, sie führt korrekte Abrechnungen und ist jederzeit in guter Laune.

Nach der langen Reise legten wir uns erschöpft bald schlafen. Bis tief in die Nacht hörten wir noch die Gesänge von draussen. Die Baptisten-Kirche feierte anscheinend seid 8 Uhr morgens. Nur zum Mittagessen hatten sie eine kurze Pause eingelegt. Ansonsten sangen und musizierten sie ohne Unterbruch bis in die späten Abendstunden.



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