Bali Nyonga
30.12.2009
Nach einer unruhigen Nacht wurde es draussen endlich wieder hell. Felix hatte während der Nacht eine schlimme Magenverstimmung erwischt und musste etliche Male aufstehen. Dazu kam der Lärm der feiernden Menschen bis 03.30 Uhr, der uns den Schlaf raubte. So waren wir ziemlich fertig, als der Wecker klingelte. Felix entschied, sich erst gesund zu kurieren, und noch etwas liegen zu bleiben.
Auf dem Weg passierten wir Njenka, um Kalenderkind Juli 2010 und Schulgebühren zu überreichen. Tobias ist der Sohn unseres Fahrers und freute sich mächtig darüber. Vor allem als er sah, dass sein gelungenes Foto ebenfalls unser Fahrzeug schmückt.
Nach dem Frühstück bei den Sisters fuhr unsere „verkleinerte“ Mannschaft zum Markt nach Bamenda. Wir wollten Gemüse und Früchte fürs Waisenhaus Bossa besorgen. Auf dem Markt herrschte wie immer reges Treiben. Jede der Marktfrauen an ihren kleinen Ständen wollte uns ihre Ware anbieten. Ich hielt mich zurück. Als Weisse hat man es auf dem lokalen Markt sehr schwierig, einen guten Preis zu bekommen. Gregory kaufte Kabis, einen grossen Sack Kartoffeln, Tomaten, 60 Eier, 200 Biskuits, 50 kg Reis, Papaya und Honig.
All dies brachten wir umgehend ins abgelegene Bossa. Die Strasse war in einem sehr schlechten Zustand. Mit uns kamen ein Einheimischer und Karin aus Deutschland. Sie ist mit einem Mann aus Bali verheiratet und wie wir für 3 Wochen über Weihnachten hier vor Ort. Da sie das Waisenhaus noch nicht gesehen hatte, kam sie kurzerhand mit. Auf dem Weg unser Einsatz als 1. Hilfe benötigt. Ein Mofafahrer mit zwei Frauen und einem Mädchen waren umgestürzt. Dass er alkoholisiert war und sonst kaum Mofa fährt, erfuhren wir bald aus anderen Quellen. Zum Glück schien nichts gebrochen. Das Mädchen hatte Prellungen und eine Frau klagte über ein schmerzendes Knie. Wir packten sie auf die Ladefläche unseres Fahrzeuges und luden sie beim nächsten Krankenhaus ab. Den betrunkenen Fahrer schickten wir nach Hause.
Schon bald hatten wir Bossa erreicht. Mama Grace, die Gründerin, was leider ausser Haus unterwegs. Doch alle Kinder waren im und ums Haus unterwegs und begrüssten uns. Pfarrer Martin kannten wir noch vom letzten Mal. Er freute sich sehr über unser erneutes Kommen und vor allem über die Lebensmittel und unsere Spendengelder. Zu unserer Freude waren alle Räume in tadellosem Zustand aufgeräumt. Ein paar Kinder zeigten stolz ihre Zimmer. Ihnen hatten wir ein paar Fotos von unserem letzten Besuch mit dabei. Sie sagen als Dank für uns und lassen allen Spendern aus der Schweiz aus ganzem Herzen danken.
Danach fuhren wir zurück zum Compound, wo wir glücklich waren, zu sehen, dass es Felix ein wenig besser ging und er startklar zum vierten und letzten Tag Lela war. Wir gingen es langsam an und liefen mit der grossen Masse zum vierten und letzten Tag zum grossen Platz auf dem Palast. Aufs Buschfleisch (Fuchs) unterwegs verzichteten wir. Erneut hatten sich die Einwohner super schick gemacht und ihre traditionellen Gewänder angezogen. Ein paar Gruppen hatten sich identisch gekleidet und alle tanzten bereits wieder mit dem „Sang“ (Tanzwedel). Sie tanzten um den Baum, in dessen Stein-/Wurzelgarten sich auf keinen Fall jemand stellen darf. Kurze Zeit später kam der Fon aus seinem Palast. Er mischte sich unter seinem Sonnenschirm unter die Menge und tanzte mit seinen vielen Ehefrauen. Die Musik spielte ununterbrochen. Flöten, Trommeln und Rasseln klangen durch die Menge. Obwohl deutlich weniger Menschen als am Vortag hier waren, herrschte tolle Stimmung. Wahrscheinlich war doch der Eine oder Andere vom Vortag noch «out of order» ;-)
Auch die Notabeln drehten ihre Runden und wir warteten kniend oder gebückt auf den Abschluss des Lela-Festivals. Mit dem Zurückbringen der zwei weissen Flaggen endete das viertägige Fest. Der Fon zog für sich für die kommenden vermutlich 360 Tage in seinen Palast zurück. Nach dem langen Tanzen waren auch wir müde. Angeline hatte noch ein feines Abendessen für uns gekocht und danach zogen wir uns früh aufs Zimmer zurück. Nach Eliminieren eines überdimensionalen Mitbewohners (Spinne) legten wir uns früh schlafen.
31.12.2009
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Container, um unsere Autoladefläche zu beladen. Wir packten Schulsäcke mit Set (Etui, Portemonnaie, Tasche) sowie weiteres Spielzeug und Schreibpapier für die Schule auf, um damit zum Waisenhaus «Garden of Education and Healing» nach Bamenda zu fahren.
Beim Haus von Gregory machten wir kurz halt. Plötzlich kamen etliche Mofafahrer hupend und mit Kunsttücken machend auf der Strasse fahrend. Sie fuhren hin und her, johlten und turnten herum. Die Nachfrage ergab, dass ein Mofafahrer gestorben war. Die Pneus der Mofafahrer sind übrigens auch ein Thema für sich. Abgefahrene Reifen, wohin man blickt.
Nach etwa 30 Minuten erreichten wir Bamenda und nach einer holprigen Strecke den Berg hoch das Waisenhaus. Die Leiterin Sr. Anne war leider wiederum nicht vor Ort. Doch von den letzten Besuchen kennen wir Sr. Johanna. Sie war jedes Mal mit den Kindern im Haus. Wir luden unsere Hilfsgüter ab und im Nu waren etliche Kinder um uns herum und redeten auf uns ein. Wie heisst du? Was bringst Du mit? Schau hier! Händchen hier und da, es wuselte von Kleinkindern. Wir begrüssten alle und gingen danach ins Haus, um unsere Güter zu erklären. Liebenswürdigerweise wollten Sie uns Biskuits, Erdnüsse und Sirup offerieren. Auf einiges mussten wir wegen unseren europäisch empfindlichen Mägen leider verzichten. Mit Sr. Johanna war noch eine Frau namens Lisette vor Ort. Sie kam aus dem Dorf, um für die Kinder zu kochen und mit zu helfen. Wir freuten uns, zu sehen, dass auch von rundherum immer wieder Hilfe gebracht wird.
In unserem Kinderkalender 2010 hatten wir zwei Kinder aus dem Waisenhaus. Zum einen die mittlerweile 4 1/2-jährige Sara vom Februarbild und die 8-jährige Blessing vom Augustbild. Beide waren sichtlich überfordert, als wir ihnen den Kalender mit ihrem Bild übergaben. Ihnen fehlten die Worte. Wir hatten auch noch weitere kleine Fotos mitgebracht, die wir überreichen durften. Die Lebensgeschichten der zwei kleinen Mädchen berührten uns. Saras Mutter war nicht in der Lage gewesen, zu ihrem Kind zu schauen. Das Kind wurde als Baby von Kumbo nach Bambili zu Fuss auf dem Rücken der Mutter getragen. Diese Strecke beträgt rund 94 Kilometer. Sie badete es in schmutzigem und kaltem Wasser. Sie fütterte es mit unsauberem essen. Eigentlich liebte sie ihr Kind, doch sie konnte nicht dafür sorgen, weil sie geistig verwirrt ist. Schlussendlich sah eine andere Frau, dass diese Mutter nicht gut für ihr Kind sorgte und brachte es ins Waisenhaus. Sara war damals 1 Jahr und 2 Monate alt, als sie ins Heim kam. Aufgrund dieser Lebensweise als Baby leidet sie heute noch unter Asthma und musste bei der Ankunft ins Heim zuerst eine Weile ins Spital. Die Eltern sind dem Waisenhaus unbekannt, sie besuchten das Kind nie. Mittlerweile geht Sara in den Kindergarten.
Blessing hat ein ähnliches Schicksal hinter sich. Sie kam ebenfalls mit 1 Jahr und 2 Monaten ins Heim. Ihre Mutter war sehr jung, als sie sich mit einem ebenfalls sehr jungen Burschen einliess und schwanger wurde. Beide hatten keine Arbeit und konnten kaum für sich selber Geld aufbringen. Kurze Zeit nach der Geburt verliess der Vater die Mutter. Sie war alleine mit dem Baby ohne Nahrung, ohne Strom, hatte nichts zum Überleben und suchte in ihrer Verzweiflung den Vater. Dieser war mittlerweile Taxifahrer. Eines Tages fand sie ihn und stellte sich ihm in den Weg, als er mit dem Fahrzeug kam. Der Vater entriss ihr das Kind und brachte es zu einer Bekannten. Die Bekannte konnte ebenfalls nicht helfen und brachte Blessing schlussendlich ins Heim. Blessing war krank und unterernährt und musste ebenfalls zuerst für eine Weile ins Spital. Ihre Mutter besuchte sie anfangs noch 2-3 Mal, später nie mehr. Mittlerweile besucht Blessing ebenfalls den Kindergarten.
Im Waisenhaus wohnen insgesamt 45 Kinder. Für weitere 775 Kinder im Dorf wird gesorgt, die bei Verwandten oder Bekannten wohnen. Gemeinsam mit ihnen teilen sie Spenden und Hilfsgüter und treffen sich ein paar Mal im Jahr. Wir durften eine grosszügige Spende aus der Schweiz hinterlassen. Das Heim ist vorbildlich sauber und ordentlich geführt. Wir zeigten ihnen unseren Prospekt und Lisette nahm einen Prospekt mit. Sie bedankte sich etliche Male für unsere Arbeit und versprach, in ihrer Gebetsgruppe für uns zu beten.
Danach wollten wir den Optiker Jean besuchen, der nicht weit vom Heim weg sein Geschäft hat. Leider war er ausser Haus an einer Beerdigung. Wir hinterliessen Grüsse und ein paar Fotos vom letzten Besuch.
Danach fuhren wir ins Waisenhaus Good Shepherd, das ebenfalls nicht weit von dort weg ist. Die Hilfsgüter hatten wir ja bereits gebracht, nun zeigten wir ihnen noch, was in den Schachteln ist und wie es zu verwenden ist. Auch hier wuselte es im Nu von Kleinkindern um uns herum. Die grösseren waren auf der Farm und mussten arbeiten, solange die Schulferien noch anhielten. Die Zeit war zu kurz und wenn sie jetzt nicht auf dem Feld arbeiten können, müssen sie später hungern. Wir konnten von einer ehemaligen Schule in Freienbach Klettwände und passende englische und französische Bilder und Texte zum lernen mitbringen. Ebenfalls Maträtzchen und Bettbezüge für die Kinder sowie Kinderkleider, Spielzeug, CD-Player mit CDs und Schreibwaren für die Schüler. Im Heim können sie sogar ins Internet und wir zeigten ihnen die Fotos auf unserer Website von ihnen. Einige der Kinder waren krank und hatten schlimmen Husten. Auch aus diesem Heim war ein Kind im Kalender, und zwar die mittlerweile 1-jährige Susan Fiels vom Monat September. Leider war Susan genau jetzt im Spital wegen Malaria. Die Leiterin Sr. Jane war besorgt, sie sie für die Spitalkosten aufkommen sollte. Jetzt hatte sich Susan sozusagen selber geholfen, in dem sie Geld dafür bekam, da sie im Kalender war. Was für ein rührender Zufall! Susans Mutter war bei der Geburt gestorben und sie im Alter von nur 8 Stunden ins Waisenhaus. Der Vater war 1-2 Mal zu besuch gekommen, nachher nicht mehr.
Im Heim leben 60 Kinder und gehen auch dort zur Schule. 30 weitere Kinder sind in einem parallel geführten Heim in Batibo. Auch hier konnten wir eine grosszügige Spende überreichen, die mit riesiger Dankbarkeit und Freude in Empfang genommen wurde.
Die Weiterfahrt durch die Stadt ins Internetkaffee war schwierig. Polizisten übten sich im Verkehr leiten, deswegen war alles verstopft und in der Stadt lief gar nichts mehr. Wir standen minutenlang stockstill vor Ort, quatschten mit den Marktstand-Verkäufern und schlichen durch die Stadt. Irgendwann schafften wir es dann doch noch. Ich ergatterte einen engen Platz für meinen Laptop, um ein paar Bilder und neue Geschichten nach Hause zu schicken. Von draussen war lärmende Musik zu hören. Um mich herum tippten ein paar Einheimische Stuhl an Stuhl mit einer Hand auf der Tastatur herum. Das Netz war extrem langsam, so dass ich nur die Texte hochladen konnte und es bald wieder aufgab. Nach einer kühlen Erfrischung und getrocknetem Fleisch als Snack brachen wir auf nach Hause. Als Abschluss wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.
Den Silvesterabend verbrachten wir in gemütlicher kleiner Runde. Allgemeines Erstaunen verursachte unsere mitgebrachte Kerze, die wir in die Mitte des Tisches stellten. Wie es in der Schweiz so üblich ist, um ein wenig Ambiente oder Wärme zu erzeugen. Ob wir etwas Spezielles vor haben? Nur der traditionelle Doktor verwende eine Kerze. Jede Kerze und jede Farbe bedeute etwas Besonderes. Es war sehr kalt und wir froren trotz zwei Pullover und langen Hosen, bis es endlich Mitternacht geworden war. Ein paar Böllerschüsse, ein Feuer in der Dorfmitte und viele gute Neujahrswünsche bildeten den Abschluss des 2009.
1.1.2010
Am Morgen überreichten wir den Titelbild-Kalender-Kindern in unserem Compound ihren Kalender. Auf dem Bild sind eigentlich 6 Kinder (wenn man die Füsse zählt...), doch nur 4 Köpfe sind wirklich sichtbar. Von vorne nach hinten sind das Bless (7), Do Feh Lané (5), Santos (5, verdeckt), Marion (6), Javis (7) und Faith (3, nur Füsse sichtbar). Von diesen Kindern waren drei zu Hause. Sie wohnen gleich um die Ecke, wo wir jeweils übernachten und hatten sich soeben für die Kirche gewaschen und schick angezogen. Alle leben bei der Grossmutter und gehen zur Schule. Auf dem Bild spielen sie Mofa fahren. In Kamerun ist es oft so, dass Verwandte oder eben die Grossmütter zu den Kindern schauen.
Danach fuhren wir zur Dorfmitte. Wir hatten mit unserem Fahrer für den Lastwagen in den Norden abgemacht. Während wir auf ihn warteten, schrieben wir auf dem Laptop die neusten Erlebnisse nieder. Immer wieder kam jemand und schüttelte unsere Hände, um ein frohes neues Jahr zu wünschen (obwohl wir die Personen gar nicht kannten). Hier ist es so brauch, jedem den man sieht, die Hand zu schütteln. Und vor allem an einem Tag wie diesem war es noch viel extremer. Man könnte gar nicht mehr aufhören, die Hände zu zählen, die täglich vorbeikommen und grüssen. Meistens ist es dann die kleinere Schwester oder der Halbbruder von dem oder diesem und irgendwie ist jeder mit jedem Verwandt. Bei genauerem Nachfragen ändert die Situation dann meistens. Biologisch gesehen stimmt dieser Verwandtschaftsgrad nämlich nicht mehr so ganz ;-)
Während wir vor dem «Small Migros» von Gregory warteten, kamen zwei Männer vorbei. Sie wollten uns für das Lela-Magazin interviewen. Dieses Magazin war 2009 zum zweiten Mal erschienen und wir hatten ebenfalls eines gekauft. Es ist ein sehr schön gestaltetes vierfarbiges Heft mit diversen interessanten Berichten und schönen Fotos. So werden wir vermutlich nun Teil davon im nächsten Jahr sein. Sie befragten uns zu diversen Themen wie z.B. wie uns das Lela gefallen hat, was uns hier her bringt, woher wir kommen, über unsere Organisation Ashia, wie wir dazu kamen, eine NGO zu gründen, wie wir das Essen hier finden, Probleme, die es hier für gibt und und und... Des Weiteren knipsten sie Fotos für ins Magazin. Wir sind jetzt schon gespannt, wie dieser Bericht werden wird.
Wenig später kam ein Bursche und verkaufte Zeitungen mit Inhalten von Bamenda und der Region Bali. Wir waren erstaunt. So etwas hatten wir hier noch nie gesehen. Die Zeitung erscheint alle zwei Monate und für 80 Rappen kauften wir ihm ein Exemplar ab.
Zum neuen Jahr war es Brauch, dass sich ein paar Männer formierten und mit traditionellen Musikinstrumenten (Pfeifen, Trommeln und Flöten), Gesang und Juju (mit Maske verkleideter Person) ums Dorf herum zogen. Zuerst begaben sie sich auf den grossen Platz vor dem Palast, später um die Dorfbeizchen. Sie tanzten und sangen «Happy New Year».
Als wir uns bereits weiter verlagern wollten, weil wir schon eine Ewigkeit warteten, kam der Lastwagenchauffeur endlich doch noch. So konnten wir die Beladung des Fahrzeuges starten. Mittlerweile war es 13.30 Uhr geworden. Den ganzen restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, die vielen Hilfsgüter für den Norden auf die Ladefläche zu packen. Mit dabei waren die 150 Kilo schweren Spitalbetten, diverse Schultische, Schulstühle, Wandtafeln, Verbrauchsmaterial fürs Spital sowie diverse Schulsäcke. Zum Glück hatten wir einmal mehr kurzerhand 5 starke Männer gefunden, die uns beim Beladen halfen. Alleine schon das Beladen war eine logistische Herausforderung. Den ganzen Platz möglichst optimal ausnutzen und möglichst viel in den Norden zu bringen war unser Ziel, welches wir schlussendlich gegen 18 Uhr erfolgreich geschafft hatten. Wenn ein Schweizer das Gefühl hat, der Lastwagen sein voll beladen, ist er nämlich noch lange nicht voll. Dann passen mindestens nochmals halb so viele Güter oben mit darauf. Gott sei Dank, es gibt keine Unterführungen in Kamerun, so kann man endlos nach oben stapeln, ohne Sorgen zu haben. Zuoberst über die Betten, Tische und Stühle kamen unzählige Schulsäcke und den Abschluss bildeten die Matratzen. Darüber dann die grosse Plastikplane festgezurrt, damit der Staub unterwegs nichts verschmutzt. Die anschliessende Bierrunde hatten alle Arbeiter redlichst verdient.
Wir fuhren zurück zur Dorfmitte. Dort wuselte es nur so von Kindern. Alle waren in ihren schönsten Kleidern und der 1. Januar scheint ihr Tag zu sein. Es ist Tradition, dass die Erwachsenen (oder vor allem die wichtigeren Männer) an diesem Tag den Kindern 100 CFA geben, damit sie sich etwas Süsses oder kleinere Knaller kaufen können und gemeinsam das Neujahr feiern können. So war auch an diesem Tag wieder das halbe Dorf versammelt und hatte einen Grund gefunden, um zu feiern. Ein weiteres Mal schallte die Musik bis spät in die Nacht hinein. Wir zogen uns bald zurück, weil die Fahrt in den Norden am kommenden Morgen um 6 Uhr früh startete.