Douala Dschang Bamenda Bali Nyonga (291 km)
26.12.2009
Früh am Morgen starteten wir die Weiterfahrt nach Bali. Wenn man mehr oder weniger durchfährt, erreicht man Bali schon am späteren Nachmittag. Mittlerweile kannten wir schon so viele Sachen, wo wir früher noch deswegen angehalten hätten und Fotos gemacht hätten. So ging es zügig voran. Leider hatte unsere Stammbäckerei geschlossen, wo wir all die Jahre zuvor ein (letztes) Kaffee geniessen konnten. Die Besitzer hatten die Vornacht wegen Weihnachten bis 6 Uhr Morgens durchgefeiert und die letzten Gäste waren noch dort.
Wir kauften unterwegs Brot und Wasser und assen unser mitgebrachtes Studentenfutter und Traubenzucker, um unsere Kräfte zu behalten. Je länger die Fahrt wurde, desto müder wurden alle von uns drei. Die Hitze gab uns zu schaffen, bald war es im Auto 33 Grad. Wir wussten, das ist eigentlich noch kühl, es würde noch viel heisser werden. Trotzdem mussten wir uns erst ein wenig anklimatisieren. In Bamenda machten wir einen grösseren Halt. Es gab eine Verpflegung in Form von Pommes Frites, Omelette und Tomatensauce, welche lecker schmeckte. Wir liessen unser Spendengeld auf dem Schwarzmarkt in die Einheimische Währung CFA umwechseln. So staunt man, wenn man einige grosse Geldscheine in Euro gibt und später eine 10 cm grosse Geldschein-Beige zurück erhält... Damit hiess es nun schnellstens in Sicherheit und die Weiterfahrt antreten.
Nach kurzer Zeit erreichten wir Bali. Als erstes lieferten wir unser Gepäck in der Unterkunft ab und danach fuhren wir zum Spital. Wir begrüssten die Schwestern und natürlich unseren Container, der in äusserlich einwandfreiem Zustand auf uns wartete (Bild oben rechts). Wir öffneten ihn mit Hilfe von Keh und seiner Säge, um zu sehen, ob noch alles okay war. Wie uns mitgeteilt wurde, war er dieses Mal geöffnet worden, weil der Zoll ihn für «suspekt» befunden hatte. Das hatte den Vorteil, dass er schon mit einem neuen Kamerun-Siegel wieder verschlossen war und dieses Mal keiner dabei sein wollte, wenn wir ihn öffneten. Das hatte im Gegenzug den Nachteil, dass die Zollmänner schon ziemlich viel herausgeräumt hatten und wir nicht wussten, ob etwas fehlt. Jedenfalls sah es sehr chaotisch aus, und keineswegs so, wie wir es von der Schweiz losgeschickt hatten. Ob etwas fehlte, konnten wir zu dieser Zeit noch nicht abschätzen. Wir hofften, es sei alles da. Das Ausräumen mussten wir erst noch planen, so verschlossen wir ihn wieder und fuhren zum Dorfmittelpunkt. Von allen Seiten kamen unsere Freunde angeströmt. Wir schüttelten etliche Hände oder viele Freunde fielen uns in die Arme. Sei es Doris aus dem Restaurant, der Coiffeur (der eine Haarschneidmaschine erhalten hatte), Robert vom Waisenhaus, Emmanuel, ein alter Freund, Chief Munton, Henry und und und... mittlerweile kannten wir wirklich schon viele Leute und so fühlten wir uns auch bald wieder wie «zu Hause». Auch die Frau, welche jeden Tag kleine Zettelchen mit handgeschrieben Notizen verteilt, war wie immer in der Dorfmitte. Was genau die Mitteilungen bedeuten, ist schwer verständlich. Es sind eine Art Gotteswünsche oder Segenswünsche.
Die Bali-Leute waren alle schon in Feststimmung, weil am folgenden Tag das traditionelle riesige Jahresfest Lela starten würde. So war der Aufbau einer Bühne im Gange, im Fernseher des Restaurants liefen die Bilder des Lela vom Jahr zuvor, einige tanzten bereits jetzt dazu mit und das grosse Banner über den Strassen kündigte die bevorstehenden Feiertage an. Auch wir freuten uns, zum ersten Mal alle vier Tage mit dabei sein zu können. Das ist wirklich ein Glücksfall. Von der ersten Reise haben wir an Lela wunderschöne Erinnerungen mit tausenden bunt angezogenen Menschen, die tanzen und feiern. Das ganze Dorf ist 4 Tage lang auf den Beinen.
Nach dem Abendessen bei den Schwestern im Spital und einem Schlummertrunk legten wir uns schon früh schlafen. Von der Reise waren wir immer noch ziemlich geschafft und wir wollten genug Kräfte für die bevorstehenden Festtage sammeln...