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Kamerun Reisebericht Cameroon

Limbe


12. bis 15.1.2009

Unsere letzten Reisetage genossen wir einmal mehr in Limbe. Wir besprachen die weiteren Pläne und die neue Reise für Ostern 2009. Bis dann ist unser erster Container sicherlich durch den Zoll und allenfalls der zweite bereits auch am Zielort. Wir erfrischten uns an der Mile 11 im warmen Meer und tankten ein paar Stunden Sonne und Faulenzen, um uns von den Strapazen der vergangenen Tage zu erholen. Sogar reiten war am Strand möglich und wir fühlten uns wie in den Ferien ;-) Limbe hat gänzlich schwarzen Sandstrand, weil es Vulkangestein ist. Als Unterhaltung zu uns dreien kam noch Ephraim aus Douala zu uns. Den Abend verbrachten wir mit einem feinen Essen in einem noblen Restaurant, was uns zum Staunen brachte. Limbe ist vermutlich nebst Kribi der Ort, wo am ehesten Touristen sind und wo doch so einige schöne Plätze zu finden sind.


  

Fast schon Ferienstimmung bekommen wir am herrlichen Strand von Limbe. Ein paar Stunden gönnen wir uns süsses Nichtstun mit Freunden.



  

Toller schwarzer Lavasand am einsamen Strand von Limbe. // Lecker: Mangos und Avocados direkt vom Baum schmecken einfach wunderbar.



 

Farbenprächtige Geckos in Limbe. // Mile 11 Limbe.


Den nächsten Tag nutzen wir, um nach Douala zu fahren und Herr Felix F. von der Mission zu treffen. So fuhren wir am Morgen los und nahmen Ephraim wieder mit nach Douala. Als Frühstück kauften wir uns für 35 Rappen am Strassenrand ein frisches Parisette-Brot und eine grosse Ananass, welche wir kurz vor Douala verspeisten. Schweizerlieder singend und pfeifend suchten wir den Weg durch die Grossstadt. Es war extrem heiss und wir schwitzten und waren alle gänzlich nass. Es herrschte riesiges Chaos und überall Stau an allen Verzweigungen. Teils standen wir einfach eine Weile mitten auf dem Weg im Stillstand an der brennenden Sonne. So benötigten wir viel länger als erwartet, bis wir endlich bei der Mission angekommen waren.

Dort empfing uns Herr Felix F. Wir begrüssten ihn und unterhielten uns mit ihm über den Container, was wir allenfalls besser machen könnten oder wie weit die Papiere in Yaounde fortgeschritten seien. Er hatte noch keine besseren Nachrichten ausser dass sein Chef erst am Donnerstag von Yaounde mit den Papieren zurück kommen würde. Wir müssten uns keine Sorgen machen, der Container käme sicherlich durch, er sei am letzten Posten. Es dauere halt einfach lange, sie können das Prozedere in Yaounde nicht beschleunigen und sie würden immer mehrere Container zusammen herauslösen und deren Papiere beschaffen. Wie erwartet konnten wir den Container nicht sehen, da Douala der grösste Hafen von Westafrika ist. Wenn die Papier da seien, würde es höchstens 1 Woche dauern, bis er aus dem Zoll sei. Wir besprachen mit Gregory, dass er wenn möglich die Auslösung und den Transport nach Bali mit Fotos dokumentiert, damit wir wenigstens ein Bild davon haben. Wir hatten sonst soweit alles korrekt getan, auch unsere Papiere waren in Ordnung und als Schenkungs-Inhalt deklariert. Wir sahen, dass Herr Felix F. doch einiges zu tun hat. In seinem Büro stapelten sich diverse Dossiers und er alleinig ist für die Auslösung aller Container der Mission zuständig und geht an den Zoll. Er teilte uns ebenfalls mit, dass unser Containerinhalt entweder gescannt würde oder dass Stichproben heraus genommen und geöffnet würden. Anscheinend müssten wir uns keine Sorgen machen, dass danach nicht mehr alles drin sei. So setzten wir nun alle Hoffnung auf Ostern 2009, um mit der Verteilung beginnen zu können.

  

Unglaublich: bei unserer dritten Kamerunreise hatten wir endlich das Glück, den Mount Cameroon zu sehen. Ausnahmsweise einmal nicht im Sandstaub-Nebel verhüllt... // Auf dem Markt. // Faszinierend, wenn Möbel direkt am Strassenrand verkauft werden.


Nach diesem Treffen gab es eine kühle Erfrischung in einer kleinen Kneipe um die Ecke. Eng gedrängt sassen etwa 20 Menschen auf Plastikstühlen und tranken ein kühles Getränk. Gregorys Bruder Henry, ein Anwalt aus Douala, kam ebenfalls noch kurz vorbei. Er hatte uns geholfen, die Zollpapiere korrekt zu übersetzen und diverse weitere Schreiben für die Mission anzufertigen. Er bedankte sich für unsere Arbeit mit Ashia und auf seine Empfehlung hin fuhren wir einige Ecken weiter in ein Restaurant auf ein Mittagessen. Die Köchin des Restaurants war aus Bali und freute sich riesig, Gregory wieder zu sehen. Er amüsierte sich nach dem Treffen darüber, dass sie uns während den 2 Minuten ganze 8x die Hand geschüttelt hat, weil sie noch nie Weisse getroffen habe ;-) Wir nutzten die Zeit in Douala, um nochmals zweimal erfolglos auf zwei Banken nach einem Geldbezug zu fragen und starteten danach die Rückreise nach Limbe. Hinter uns liessen wir den Dreck und die staubige Luft von Douala und erreichten schon bald wieder Limbe, wo es ein feines Soja-Spiesschen sowie eine weitere kühle Erfrischung fanden und uns danach schon bald ins Zimmer zurückzogen.

Wir schwitzten während dieser letzten Tage enorm, weil das Thermometer und die Feuchtigkeit so hoch angestiegen waren, dass selbst Einheimische sich beklagten, wie unangenehm heiss es doch sei. Wir besuchten unter anderem eine abgelegene Schule, welche nach Idenau noch weiter die Piste entlang stationiert ist. Die Schulkinder hatten gerade Sporttag (bei dieser Hitze!) und spielten an der brennenden Sonne Fussball oder andere Spiele. Schnell wurden wir zur Attraktion und alle blau gekleideten Kinder sprangen uns nach. Wir kamen uns fast ein wenig wie im Zoo vor, als wir uns hinsetzten und etwas assen und uns alle dabei zusahen und beobachteten, immer mit einem kleinen Sicherheitsabstand zu den fremden Weissen, die hier wohl selten vorbeikommen. Ein wenig weiter zu Fuss betrachteten wir eine alte deutsche Brücke, welche sicherlich auch viel zu erzählen gehabt hätte.

  

Palmöl-Früchte werden vom Feld weg transportiert. // Das Fischerdorf Idenau ist sehenswert wegen seiner farbigen Fischerboote. // Kurz nach Idenau steht noch eine alte – von Deutschen erbaute – Brücke.


Auf dem Rückweg nahmen wir zwei Frauen mit auf den Markt, welche Affe zubereitet hatten und dies in ihren Schüsseln mit transportierten. Idenau ist ein typisches Fischerdorf, wo täglich die Fischer ihren Fang einbringen, die Fische geräuchert und getrocknet werden und ein reges Treiben herrscht.

Wir badeten im warmen Meer und genossen den menschenleeren lava-schwarzen Strand, abseits von jeglichem Tourismus. Ein feines Menü gab es in Limbe in einem Restaurant, wo wir belustigt darüber waren, dass die Dame sagte, es dauere bestimmt nicht mehr als zwei Stunden, bis unser Essen kommen würde. Zeit ist hier halt wirklich reichlich vorhanden...

  

Fluss nähe Idenau. // Stadteinwärts Richtung Douala. // Kameruns Hafen in Douala.


Am Flughafen verabschiedeten wir uns mit ein wenig Traurigkeit von unseren Freunden und mit der Vorfreude, sie bestimmt bald wieder zu sehen. Wir stellten uns in die Warteschlange und durchliefen alle Sicherheitskontrollen. Wie weit es wohl die einheimische Lady mit den Schlangenhaut-Schuhen geschafft hat? Jedenfalls war dies am Kamerunischen Zoll noch kein Thema. Ganz im Gegensatz zu unserem Holzbild, welches wir zu einem eher symbolischen Betrag zur Wiederaufforstung der Wälder verzollen mussten. Schlussendlich froren wir im viel zu unterkühlten Warteraum, bis unser Flieger und wieder in die Heimat zurück brachte.

Abonibo. Wir kommen bald wieder...


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