Mayo Darle Foumban (174 km)
6.1.2009
Nach einem feinen Morgenessen bei den Schwestern von Mayo Darle auf 1200 m ü. M. verabschiedeten wir uns schon bald, um unsere Rückreise nach Foumban anzutreten. Sie gaben uns noch Briefe mit für ihre Mitschwestern in Bali, welche wir gerne mitnahmen. Schwester Solange hatte uns ein mehrseitiges handgeschriebenes Schreiben erstellt, in welchem stand, was sie unbedingt benötigen, für was sie sich herzlich bedanken und welche Zukunftspläne sie haben. Auch im Dorf verabschiedeten wir uns bei Jean-Claude und seinen Eltern und beim Vater der Zwillinge, für welche wir die Operation übernehmen werden. Der Rückweg führe uns wieder durch viele kleine Dörfchen mit ärmlichen Hüttchen, überall standen Kinder, teils auch mit Hungerbäuchen. Es wurde Holz auf Wägelchen transportiert, um fürs Kochen parat zu sein. Irgendwo wurde gleich am Strassenrand eine Kuh geschlachtet. Frischer Fisch wurde zum Verkauf angeboten (le poison frait). Die Kinder spielten mit selbst gebastelten Autos, welche uns einmal mit ihrer Fantasie überraschten. Während des Aufenthaltes hier fiel uns auf, dass der Geburtstag für Kameruner etwas Unwichtiges ist. Wenn man nach dem Alter fragt, erscheint oft ein fragendes Gesicht oder man fragt den Vater, der dann erst lange überlegt, wie lange es wohl schon her sein könnte. Geburtstag wird nicht gefeiert.
Auf dem Weg sahen wir einmal mehr diverse überfüllte lottrige alte Autos, welche den Weg zum Berg hoch kämpften und es nicht immer schafften. Auch Lastwagen waren stecken geblieben. Ein Lastwagen stand umgekippt am Strassenrand, fast genau an derselben Stelle, an der am Jahr zuvor der Lastwagen mit Bier umgekippt gewesen war. Diverse Kontrollposten der Polizei hatten wir zu passieren, welche glücklicherweise alle problemlos abliefen. Zum Mittagessen gab es einmal mehr Buschfleisch Cottin Grass, auf welches wir jedoch gerne verzichtetes und es Gregory überliessen.

Abschied von Mayo Darle.

Ein überfülltes Auto anschieben gehört in Kamerun zur täglichen Arbeit. // Plantains zum Verkauf. // Und irgendwo ist immer Gewühl und Markt-Tag.
Wir sahen bei einem neuen Hausbau zu, an dem die ganze Familie mit anpacken musste. Auf einem Markt wurde eine getrocknete etwa 5 Meter lange Schlangenhaut verkauft. Die Kinder schauten uns scheu an und wir konnten das Eis brechen, in dem wir gemeinsam mit ihnen unsere Erdnüsse teilten und assen. Und auch wenn sie sich jeweils nach dem Fotografieren im Display der Kamera ansehen konnten, hatten sie riesige Freude und wurden zutraulich. Auch den Dorfchef Alphonse aus Kongui sahen wir noch einmal, um uns von ihm zu verabschieden. Wunderschöne Palmen zierten die Landschaft und wir überlegten, wie die Landschaft wohl in der Regenzeit leuchtend grün aussehen würde. Jetzt in der Trockenzeit war es staubig und trocken und trotz allem waren einige Pflanzen grün.

Der Fluss in Mayo Darle. // Frauen in Kongui. // Auch auf diesem Fahrzeug hat bestimmt noch jemand mehr Plat ;-)
Schon bald hatten wir Foumban wieder erreicht und erfrischten uns im nächst besten Restaurant mit einem kühlen Getränk. Wir waren hungrig, doch das angebotene Essen entsprach nicht ganz unseren Vorstellungen (Antilope und Cottin Grass). Auch die Zubereitung gab uns ziemlich zu denken. Im Hinterhof am Boden wurden die Töpfe gewaschen und nebenan auf dem Feuer am Boden gekocht. Für den nächsten Tag stand Schlange auf dem Essensplan, die aus dem Tiefkühler geholt wurde, um uns zu präsentieren. Für uns roch diese schon im gefrorenen Zustand nicht mehr wirklich geniessbar. Das Fett der Schlange stand draussen an der Sonne, um es zu trocknen und nachher als Salbe verwendet werden kann.

Unterwegs von Mayo Darle nach Foumban. // Schlangenhaut wird zum Verkauf angeboten. // Hausbau in Kamerun. //
Wir liessen unser gänzlich staubiges Auto waschen und staunten über die Reinigungsart. Nicht nur aussen, auch innen wurden die Sitze und Armaturen mit einem feuchten Lappen gereinigt. Wenige Meter weiter war der Wasserbrunnen vorübergehend geschlossen worden und die Kinder standen mit ihren Wasserbehältern an, bis er geöffnet wurde. In Foumban wird jeweils gebietsweise das Wasser abgedreht. So hatten wir am Abend jeweils kein Wasser für eine Dusche, welche wir nach der langen Reise doch so gerne genommen hätten. Nach dem Abendessen legten wir uns früh schlafen, um für den nächsten Tag wieder fit zu sein.

Neugierige Kinder am Strassenrand. // Herrliche Landschaften. // Unterwegs.

Schlange steht auf dem Speiseplan. Blick in eine Restaurantküche im Hinterhof von Foumban. // Kinder warten am Dorfbrunnen, bis der Wasserhahn wieder geöffnet wird.