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Kamerun Reisebericht Cameroon

Foumban – Limbe (340 km)


6. Januar 2008

Unser letzter Reisetag war angebrochen, und bevor wir uns zurück nach Limbe machten, schauten wir uns noch die Schule von Tineke und Louh an. Nach einem üppigen Frühstück zeigten uns Tineke und Wieke die Schule. Am Stadtrand von Foumban an wunderschöner Lage steht seit bald 10 Jahren dieser wunderschöne Ort. Die Schule hat 10 LehrerInnen mit guter Ausbildung und viele Klassenzimmer. Die Primarschule ist eine wichtige Basisausbildung in Hinsicht auf die folgende Stufe, jedoch werden auch die menschlichen Normen und Werte übermittelt. Das ist für die Kinder der Weg in die Zukunft und zu ihrer Zukunftsperspektive. Diese Perspektive wird von Louh und Tineke vermittelt.


  

Die Schule von Louh und Tineke. Wir werden umhergeführt und dürfen alles anschauen.


Die Schule wurde zur schönsten Schule von ganz Kamerun gekrönt, was uns angesichts dieser schönen Aufmachung nicht gewundert hat.  Weiterhin wird, wenn es finanziell irgendwie möglich ist, fleissig weiter vergrössert und gebaut. Die Schule hat sogar eine eigene Bibliothek, deren Bücher die älteren Kinder übers Wochenende mit nach Hause nehmen dürfen. Alles ist sehr sauber.


  

Bei Louh, Tineke und Wieke in Foumban.


Es hat Kindergärten mit Spielzeug für die Kleinsten (2-3 Jährigen), jedes Kind hat seinen eigenen Stuhl, sie erhalten täglich ein Pausenbrot (etwas Brot und eine Frucht), sie haben einen Spielplatz mit Kletterturm und in jedem Klassenzimmer hängen Klassenspiegel mit den Fotos der Kinder. Wer jetzt denkt, das alles sei nichts Spezielles, der hat noch nie eine Schule in Kamerun gesehen: meistens sind andernorts keine Toiletten oder Wasser vorhanden, die Kinder sitzen in überfüllten Klassenräumen (60 bis 80 Kinder) in alten Bänken.


  

Wenn Geld vorhanden ist, kann an der Schule weitergebaut werden.


Bei Louh und Tineke gehen derzeit über 125 Kinder zur Schule. Werden die Hausaufgaben nicht gemacht, müssen sie genauso wie bei uns nachsitzen. Louh ist der Direktor der Schule und hat einen guten Kontakt zum Sultan von Foumban.


  

Die Bibliothek der Schule und die Aussenansicht.


Um 10.30 Uhr traten wir die Heimfahrt nach Limbe an. In Bafoussam besuchten wir noch den Markt, um uns neue Schuhe zu kaufen. Unsere Schuhe hielten den Reisebedingungen nicht mehr wirklich stand. Uns wurde bewusst, dass die meisten Schuhe Secondhand aus Europa sind oder dann gefälschte Markenschuhe aus China, die fast nur aus Gummi und aus billigstem Material bestehen. Ich ergatterte mir zwei paar Numa-Schuhe (Imitat der namensähnlichen Firma) für je 4500 CFA (= 10 SFR). Durch die schmalen staubigen Gässchen der Stadt fuhr ein uralter Militärlastwagen, darin waren mindestens 60 Menschen wie Tiere eingepfercht und fuhren zur Arbeit. Auf  der weiteren Rückreise fuhren wir erneut an einem traditionellen Juju-Tanz vorbei (Maskentanz). Diese haben eine grosse Bedeutung. Bei Beerdigungen sollen sie die Seele der Verstorbenen zum Palast des Fons tragen. Viele Frauen waren gleich gekleidet und tanzten zu Musik. Daneben lag ein kollabierter Mann. Adrian gab ihm etwas Wasser und zwei Traubenzucker und schon stand er wieder auf. Vermutlich nützt es manchmal nur schon, wenn ein Whiteman mit «Medizin» kommt, egal was es dann auch ist.


  

Transport in Kamerun. Einer hat immer noch Platz!


Auf dem Weg wurde uns einmal mehr Buschfleisch angeboten: ein lebendes Pangoline (charakteristisch für sie sind die Schuppen, die gewisse Ähnlichkeiten mit Tannenzapfen erwecken, weswegen die Tiere manchmal auch Tannenzapfentiere genannt werden). Wir fuhren vorbei an Ananas-, Papaya- und Plantainplantagen, Feigenbäumen und riesigen Bohnenfeldern. Die Hütten waren hier meist aus Holzlatten und ausser dass die Strasse tiptop asphaltiert ist, ist auch hier alles sehr arm, überall liegt viel Abfall und viel Staub und Schmutz und es ist trockenes Klima (20% Feuchtigkeit).


  

Wer will Pangoline essen..?


Zwischen Mumbe und Kemkem war wegen starken Regenfalls drei Monate zuvor ein Erdrutsch auf die Strasse niedergegangen und die Strasse gebrochen. Bis wir kamen war noch nichts daran gemacht worden, die Autos fuhren nun einfach um den Rutsch herum weiter. Das Klima wurde merklich immer feuchter und wir konnten dem Thermometer direkt beim Steigen der Feuchtigkeitsanzeige zuschauen. Bald schon zeigte es 58% Feuchtigkeit an.  Diverse defekte Autos und Busse standen an den Strassenrändern und etliche Menschen daneben, die auf Reparatur oder auf einen Weitertransport warteten. Die Busse waren alle vollkommen überfüllt und in den Autos waren meistens 8 Personen. Der Kofferraum meistens über und über aufgetürmt mit Waren und im Kofferraum sass manchmal noch ein weiterer Passagier, der schauen musste, dass nicht ständig der Kofferraumdeckel auf seinen Kopf klappte und dass nichts von der Ware verloren ging. Und die Busse hinterliessen aus dem Auspuff riesige stinkende schwarze Abgaswolken.


  

In dieser Region werden auf dem Markt sehr viel frische Bohnen angeboten. In der Grossstadt Bafoussam ist immer etwas los...


Eine kleine Stärkung assen wir unterwegs, in dem Gregory uns Soya (Fleischspiessli) und warme Safu (African Plum) kaufte. Bei den Bamilekes aus Kamerun ist es Brauch, Safus als Zeichen der Freundschaft oder guter Geschäftsbeziehungen zu verschenken. Der Safubaum wird vor allem zur Ölherstellung genutzt. Für mich schmeckte die Safu etwas nach öliger Butter, wobei nur die dünne Haut und die Schale gegessen werden kann, der grosse Kern in der Mitte bleibt übrig. Auch Papageien sollen die Safus gerne mögen und sie direkt von den Bäumen pflücken.


    

Landschaft und traditioneller Anlass in der Nähe von Bafoussam.


Unseren letzten Abend mit Gregory verbrachten wir beim Fischessen am Strand von Limbe mit Felix aus Bali uns den unterwegs kennen gelernten Schweizern sowie unserem Freund Andreas aus Limbe. Im Dreams tranken wir zusammen ein (oder zwei ;-) Bier und hatten einen überaus gemütlichen Abend mit Livemusik, bei dem wir trotz erdrückender Wärme und hoher Feuchtigkeit tanzten.


  

Mit Andreas und Felix aus Limbe. Rechts: Adrian und Felix


Den Rest unserer Ferien liessen wir in Limbe ausklingen, wobei unsere gesamte Reisemüdigkeit auf einmal über uns herzufallen schien. Wir erholten uns, in dem wir nur kleine Ausflüge nach Idenau und Mile 11 unternahmen und uns am Strand beim Baden und Faulenzen erholten. Wir genossen das gute Essen von Angel und die Gastfreundschaft von Andreas. Wir hatten bis zu unserer Abreise zwei Tage später viele gemütliche und schöne Stunden gemeinsam mit ihm und den Mitarbeitern von der Druckerei. Und ein letztes Mal schwitzten wir bei allzu hoher Luftfeuchtigkeit in Limbe (85%), bevor uns ein Taxi nach Douala zu unserem Flieger und zurück in die Heimat fliegen sollte...


  

Ananas und Soya (Fleisch-Spiessli) essen auf dem Markt.


Goodbye Kamerun, wir kommen wieder, und hoffentlich schon sehr bald... einmal Afrika, immer Afrika... Diesen Virus haben wir «eingefangen», wenn auch im positiven Sinne, und wir haben schon auf dem Weg zum Flughafen von unserem nächsten Besuch im Land geplaudert...

  

Fischerboot und Fischfang in Idenau.



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