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Kamerun Reisebericht Cameroon

Mayo Darle – Foumban (174 km)


5. Januar 2008

Um 8 Uhr standen wir auf und wurden einmal mehr schon zum Frühstück reichlich bekocht. Es gab Reis, Rührei, Brot und Kuchen. Wir hätten ja eine strenge Fahrt vor uns und müssten gut ernährt sein, meinten die Schwestern. Auch die vierte Schwester war mittlerweile wieder in Mayo Darle angekommen. Sie war in Banyo gewesen und während einer Nachtfahrt mit dem Buschtaxi 60 km nach Hause gefahren, um uns auch noch zu sehen. Sie beteten einmal mehr für uns, dass wir eine gute Heimfahrt haben werden und bedankten sich für alles. Wir nahmen uns die Zeit, das Spital, die kleine Kapelle und die Kirche genauer anzuschauen. Unsere Kerze hat in der Kapelle einen Ehrenplatz erhalten. Etliche Patienten warteten im Spital schon auf Hilfe und in den Krankenzimmern lagen Kinder und Erwachsene, die von ihren eigenen Angehörigen gepflegt wurden. So waren die Zimmer meist ziemlich überfüllt mit Menschen, weil die halbe Familie noch mit dabei war. Pro Tag erscheinen etwa 50 Patienten.


Wir erkundigten uns über die Preise für Behandlungen.

Pro Tag muss ein Patient 1000 CFA für ein privates Zimmer (mit Dusche und WC) bezahlen = etwa 2.30 SFR.

Eine Monatskontrolle für ein Neugeborenes kostet 100 CFA pro Monat = 0.23 SFR.


  

Übernachtung und Frühstück in Mayo Darle: alles wunderbar gepflegt und sauber.


Pro Monat finden sehr viele Geburten im Spital statt. Das höchste war einmal 29 Geburten, erzählte uns Schwester Felicitas. Bei einer Geburt bleiben die Mütter nur 1-2 Tage im Spital. Die Muslime verheiraten sich bereits mit 14 Jahren und mit 15 Jahren haben sie Kinder. Im Spital hat es keinen Arzt, die Schwestern sind eigentlich keine ausgebildeten Krankenschwestern und helfen, so gut es geht. Im Spital fehlt es an den einfachsten Dingen, wie Plastikhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bandagen oder Pflaster, Schmerzmittel oder eine Absaugvorrichtung für Neugeborene. Für die Babies stricken sie Kleidchen, damit die Kleinen nach der Geburt wenigstens etwas zum Anziehen haben. Im Geburtssaal steht ein einfacher Tisch aus Holz und einige kleine Wiegen stehen in den Zimmern bereit.


  

Schwester Felicitas zeigt uns das Spital. Es wimmelt von Patienten und Angehörigen.


  

Für die Neugeborenen und die Gebärenden stehen einfache Wiegen und Liegen bereit.


  

Blick in ein Krankenzimmer. Die Angehörigen helfen bei der Pflege mit.


Hinter dem Spital leben noch 3 Menschen in einer Art Altersheim, die an Lepra erkrankt waren und durch die Krankheit Gliedmassen verloren haben. Sie arbeiteten früher unter europäischer Leitung im Zinkabbau und waren von Zentralafrika nach Kamerun gekommen. Nun haben sie keine Verwandten hier und die Schwestern pflegen sie und stellen ihnen Unterkünfte zur Verfügung.


  

Die kleine Kapelle der Schwestern von Mayo Darle. Aussenansicht vom Spital.


  

Bitte kommt bald wieder, wir brauchen Eure Hilfe!


Um etwa 10 Uhr verabschiedeten wir uns und verliessen Mayo Darle und die Schwestern winkten uns noch sehr lange mit beiden Händen nach. Sie hatten uns Mitbringsel für nach Hause mitgegeben, in dem Sie extra Marmelade gekocht hatten und einen riesigen Sack gerösteter Erdnüsse aufbereitet hatten. Wir freuen uns darauf, sie spätestens in 1 Jahr mit neuen Hilfsgütern wieder zu sehen...


Auf dem Heimweg passierten wir auch wieder «unsere» Schule und wir sagten kurz hallo, schossen Erinnerungsfotos von Umaru und seiner Frau Ladih (das Lehrer-Ehepaar) und wiederholten die Instruktionen für die Schultafeln. Mir fiel im Gespräch mit dem Lehrer-Ehepaar einmal mehr auf, dass sich Kameruner nicht direkt in die Augen schauen. Was bei uns als sehr anständig gilt, ist in Kamerun ganz anders: einer Respektsperson schaut man nie direkt in die Augen. So haben wir die eine oder andere Sitte des Landes während unserer Reise kennen gelernt, wie zum Beispiel: «du hast etwas an der Nase» bedeutet: Dein Hosenbund ist offen... ;-)


  

Verabschieden vom Lehrerpaar und den Kindern aus Kongwi.


  

Kinder aus Kongwi.


Unser Plakat war schon beim Dorfchef an einem schattigen Plätzchen aufgehängt worden, direkt neben Informationsplakaten über Buruli (eine in den Tropen verbreitete infektiöse Erkrankung der Haut und Weichteile mit Bildung zum Teil ausgedehnter Geschwüre) und Aids. Daneben steht ein uraltes Radio. Mehrere fast leere Batterien wurden aneinander gehängt, um damit noch ganz wenig Energie für das Radio raus zu bekommen. Die Dorfbewohner erinnerten sich, dass wir ziemlich genau vor einem Jahr bei ihnen waren und fragten schon, ob wir in einem Jahr wieder kommen werden um diese Zeit. Beim Verabschieden winkten sie uns noch lange nach.


  

Waschtag am Fluss.


  

Mithelfen auch schon von den Kleinsten.


Beim Rückweg wurde an einer Stelle mit Caterpillar-Planierraupen die Strasse in einen besseren Zustand gebracht.  Gregory suchte sich einen Weg über die Sandhügel, damit wir durchgekommen sind. Überall war es sehr staubig und alles braun und schmutzig.


    

Reparaturarbeiten der Piste.                                     Holzverkauf unterwegs.                                          Transport = einer hat immer noch Platz!


In Magba sahen wir bei der Durchfahrt einen traditionellen Juju-Tanz (Maskentanz) und hielten kurz an. Diese haben eine grosse Bedeutung. Bei Beerdigungen sollen sie die Seele der Verstorbenen zum Palast des Fons tragen. Kurz vor Foumban begegneten wir wieder einigen von der Mekkafeier, die laut jubelnd auf der Heimfahrt waren oder uns aus ihren Dörfern bei der Vorbeifahrt zuriefen und winkten. Schon bald waren wir zurück in Foumban, weil wir zurück etwas zügiger gefahren waren und nicht überall und ständig angehalten haben. Wir besuchten noch den Markt in Foumban, der wie im Jahr zuvor mit allzu sehr verkaufstüchtigen Burschen stattfand, die um jedes noch so kleine Stück feilschten. Die Nacht verbrachten wir erneut bei Tineke und Louh Fokkens im Case de Passage von Foumban.



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