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Kamerun Reisebericht Cameroon

Bali Nyonga – Bamenda – Bafut – Wum (84 km)


Happy New Year 1. Januar 2008

Nach dieser feuchtfröhlichen Silvesternacht ging unsere Fahrt einigermassen ausgeschlafen am Morgen weiter. Wir passierten kurz nach Bafut eine nicht mehr sehr vertrauenserweckende Holzbrücke. Die Brücke war alt und verrostet und nur aus Brettern und Gestängen befestigt. Diverse Löcher schauten uns entgegen.


  

Wie lange noch hält diese löchrige Brücke?


Zum Frühstück assen wir unterwegs frisches Brot. Ein Taxi war vollbeladen mit Broten im ganzen Kofferraum. Das Taxi war aus Bamenda unterwegs. Das Brot schmeckte herrlich, und wenn kein Stein im Brot gewesen wäre, hätten wir es schon fast für Brot von zu Hause gehalten ;-)


  

Einkaufen in der fahrenden Bäckerei.


Die Landschaft wurde immer hügeliger und wir sahen viele Lavaberge und dazwischen in den Tälern Reisfelder und Rinderherden. Hier wächst sehr viel hohes Elefantengras. Die Lavahügel wurden abgebrannt, um Wege zu finden oder um etwas Neues anzupflanzen. Oder sie können besser nach Buschfleisch jagen und die Pässe mit den Kühen überqueren. Das Gras wächst so schnell, dass es nach der Regenzeit sofort wieder Meterhoch ist. In dieser Gegend hat es fast keine hohen Bäume mehr und keinen Schatten. Ein Mofafahrer kam uns entgegen, auf dem Gepäckträger hatte er ein Kuhbein. Auch hier unterwegs waren wieder Freiluft-Metzgereien anzutreffen und Hörner, Kopf und Beine lagen an der Sonne herum.


Die Landschaft ist hier hügelig und mit vielen Lavabergen, dazwischen hat es Reisfelder.


  

Mithelfen, wo immer es geht, gilt für die Kinder in Kamerun. Zeit zum Spielen bleibt trotzdem noch. Gespielt wird mit Selbstgebasteltem aus Holz oder Steinen.


Wir erfrischten uns zum Mittagessen in Befang mit einem kühlen Getränk in einem kleinen Restaurant. Kistenweise Leergut von Bier stand vor dem Restaurant und es roch sehr streng. Die Lampenschirme waren aus zwei Salatsieben kunstvoll an die Decke gehangen. Ein gefangener Affe lief auf den Tischen herum. Unter dem Tisch wartete eine ausgehungerte Katze auf Essensreste. Wir verzichteten auf die Antilope, deren Fell noch am Fleisch zu sehen war.


  

Wer hat Lust auf Antilope mit Fell? :-o                                                       


Einen 90 Meter hohen Wasserfall namens Mentchum bestaunten wir. Die Gischt stieg wunderschön hoch. Kurz vor Wum hat Gregory einen alten nahezu blinden Mann gekannt. Wahrscheinlich hatte die Sonne ihm seine Augen zerstört. Wir grüssten seine ganze Familie mit etwa 10 Personen, die gerade unter einem Baum in der Mittagssonne etwas Schatten suchte. Sie wohnen in einer Hütte mit wunderschönem Strohdach.


  

Unterwegs machen wir Halt bei einer Familie.


Am 90 Meter hohen Metchum-Wasserfall. In der Regenzeit entwickelt er sich zu einem reissenden Fluss.


Auf der Weiterfahrt fuhren wir direkt an einen Unfall mit einem Mofa und 3 Männern. Deren Pneu war geplatzt und sie waren soeben gestürzt. So nahmen wir unseren Medikamentenkoffer hervor und desinfizierten ihre Schürfwunden und legten Pflaster auf. Zum Glück waren sie nicht stärker verletzt. Die Strasse war auch hier nur eine Piste, doch ziemlich gut befahrbar.


  

Verarzten, so gut es geht. Glücklicherweise sind es nur Schürfwunden, die diese Männer bei ihrem Sturz davongetragen haben.


  

Auf dieser Strecke rannten uns etliche Kinder hinterher.


In Wum angekommen sind wir zu Gregorys Schwägerin Keisia und deren Mann Keneth eingeladen worden. Sie haben für uns gekocht und wir assen reichlich von Salat in diversen Sorten, Maniok, Yams, Reis und Pouletfleisch mit roter Sauce. Danach organisierte uns Keisia eine Unterkunft im Hotel MorningStar, vermutlich dem einzigen Hotel in Wum. Das MorningStar-Hotel ist wie überall: das WC ist im selben Raum wie die Dusche, alles wird beim Duschen überflutet. Der Warmwasserhahn ist nur Dekoration. Es hat Mücken und unser Moskitonetz kam zum ersten Mal in Betrieb. Die Wände waren schmutzig und die Lichtschalter braun, der Teppich rollte sich vom Boden auf, der Türgriff war zur Hälfte abgebrochen und die andere Tür hat sonst nicht zugehalten. Überall etwa die gleichen Zustände... Nach dem Hotelbezug fuhren wir gemeinsam zu einem nahe gelegenen Kratersee und genossen die Abendstimmung. Auf der Fahrt durch Wum waren diverse Leute unterwegs. Es war der erste Tag im Jahr und es wurde überall gefeiert und lautstark zelebriert. Eine Frau erledigte ihr Geschäft mitten aller Leute auf den Boden.


  

Die Abendstimmung geniessen wir in Wum am Kratersee.


Bei einem Feierabendbier haben wir unsere lange mitgetragenen Biskuits aus der Schweiz gegessen. Mit Ohrstöpseln und dennoch enormem Lärm suchten wir den Schlaf. Die Einheimischen feierten so lautstark, dass man das Gefühl hatte, man hat direkt neben dem eigenen Bett die Stereoanlage auf Maximum eingestellt, und das ununterbrochen und die ganze Nacht hindurch...



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