Mundemba Kumba (100 km)
28. Dezember 2007
Früh um 6 Uhr starteten wir die Rückreise nach Kumba. Wiederum passierten wir die sehr schlechte Piste, die eher einem Bachbett als einer Strasse gleicht. Erneut durchquerten wir die Schlammlöcher und Gregorys Toyota schaffte es problemlos dank seinem guten Fahrstil. Wir sahen den wunderschönen Sonnenaufgang über einem Fluss und fotografierten einen der etwa 20 cm langen Tausendfüssler, die auf der Strasse herumspazierten. Nach einem Halt kam plötzlich eine Tsetsefliege ins Auto, die es schnellstmöglich zu beseitigen galt. Ein Stich dieser Zungenfliege kann die Schlafkrankheit mit sich bringen. Sie ähneln unseren Bremsen.

Die Strassenverhältnisse werden tatsächlich immer noch schlechter... teilweise ist die Strasse übersäät mit riesigen 20cm langen Tausendfüsslern.
In Ekondo Titi machten wir auch auf dem Rückweg einen Halt. Wir hatten unterwegs von einem ehemaligen Schulkollegen Namens Gaius Gang von Gregory erfahren, dass er eine 4,2 Meter lange Python-Schlange in seinem 30 ha grossen Busch erlegt habe und diese nun dort im Restaurant serviert wird! Und tatsächlich: als wir ankamen, war das «Festessen» bereits im Gange und das halbe Dorf anwesend. Normalerweise muss man sich voranmelden, wenn man ein Stück dieses Fleisches essen will. Wir als Touristen durften ebenfalls eine Portion mitessen und nichts dafür bezahlen, weil Schlange an Touristen nicht verkauft sondern nur verschenkt werden darf. Wird eine Python gefangen, muss diese zuerst beim Fon abgeliefert werden. Dieser prüft, ob die giftigen Teile richtig entfernt worden sind, bevor sie zum Verzehr zubereitet wird. Doch besonders appetitlich sahen die Schlangenstücke in der Tat nicht aus, sah man noch genau die Schlangenhaut am Fleisch...

In Ekondo Titi werden wir zum Schlangenessen eingeladen.
Die Weiterfahrt gegen Mittag wurde fast unerträglich heiss und staubig. Die Scheiben durften wegen des Staubes nicht geöffnet werden und so schwitzten wir erneut vor uns hin. Um 12.30 Uhr hatten wir es geschafft und endlich die geteerte Strasse von Kumba wieder erreicht.
Gregory klärte mit seiner Bekannten vorerst im Hotel Jomas für uns die Preise ab, so dass wir nicht zu einem Whiteman-Preis nächtigen mussten. Danach haben wir dort unsere schmutzig-staubigen Kleider ausgewaschen und uns nach der strengen Fahrt eine kurze Pause gegönnt.

Erholung am Lake Barombi in Kumba.
Am späteren Nachmittag schauten wir uns mit seiner Bekannten den Lake Barombi (Elefantensee) an, der in der Nähe von Kumba liegt. Dieser See ist ein wunderschöner Kratersee. An diesem See gründete Eugen Zintgraff 1887 die erste deutsche Station im Hinterland. Von hier aus brach er nach Adamaoua auf. Die tiefgrüne Wasserfläche und der Kraterrand werden von dichter Vegetation und herrlichem Tropenwald umrahmt. Dieser See versorgt die Stadt Kumba mit Trinkwasser. Wir genossen die herrliche Kulisse, schossen etliche Fotos und Adrian sprang zur Erfrischung in den See. Auch die etlichen Stiche der kleinen und lästigen Bakweri-Fliegen (die auch Tage danach noch ziemlich schmerzten) konnten an der schönen Atmosphäre nicht viel zerstören.

Auf dieser schlechten Strasse geht häufig ein sonst schon uraltes und demoliertes Auto in die Brüche. Und immer hat noch einer auf dem Auto ein Plätzchen...
Das Abendessen bei ziemlicher Dunkelheit bestand aus Fisch, Huhn und Plantains. Plantains sind eher trockene Kochbananen. Leider war es so dunkel, dass ich den Fisch nicht richtig sehen kann und mich danach eine längere Zeit eine Fischgräte im Hals plagte.
Für den Tagebucheintrag an die Zuhausegebliebenen suchten wir am Abend noch ein Internetkaffee auf. Dies ist direkt neben einem Fotogeschäft. Ich interessierte mich als beinahe Berufskollegin für deren Technik und mit was für Geräten gearbeitet wird. So stellte ich mich einfach hinzu uns schon erklärte mir der nette Inhaber Christopher, wie sie hier arbeiten und führte mich hinter den Vorhang ins Büro, wo seine ganze Familie inklusive Kinder im Geschäft angestellt sind. Sein Sohn, etwa 10 Jahre alt, sass an einem Laptop und arbeitete mit Adobe Elements an einer Bildretusche. Mir gefiel seine Arbeit, er führte es sauber aus. Und schon war ich wieder in ein Gespräch verwickelt mit einem Einheimischen und tauschte die Adressen aus.
Nach dem Besuch im Internetkaffee zogen wir uns ins Hotel Jomas zurück. Der Strom fiel etliche Male aus und es war 30 °Celsius im unklimatisierten Zimmer ohne Deckenventilator.