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Kribi Kamerun Reisebericht Cameroon

Ebolowa – Mbalmayo – Yaounde – Edéa – Kribi (434 km)


9. Januar 2007

Wir hatten gut und lange in unserer Unterkunft unter dem (von zu Hause mitgebrachten) Moskitonetz geschlafen. Zum Frühstück wurden uns Omeletten mit Fisch serviert, obwohl wir auf den Fisch darin gerne verzichtet hätten. Am Morgen floss sogar Wasser aus dem Hahn: es war ganz milchig weiss...

 

Schon vor 9 Uhr fuhren wir los Richtung Kribi. Wir hatten uns vorgestellt, dass wir nur einen kurzen Weg über Lolodorf nach Kribi fahren müssten. Unser Fahrer André fuhr los in die gleiche Richtung, aus der wir gestern angekommen waren. Uns kam das sehr merkwürdig vor und wir fragten ihn einige Male, ob er sicher sei, auf dem richtigen Weg zu sein. Weil wir es kaum glauben konnten, dass wir richtig fahren, fragten wir an einer Zahlstelle einen Angestellten. Er erklärte uns, dass die Strasse über Lolodorf in einem sehr schlechten Zustand sei. Wir haben uns tierisch genervt. Wenn wir das am Tag zuvor schon gewusst hätten, hätte es ja gar keinen Grund gegeben, um nach Ebolowa zu fahren. So sind wir den ganzen langen Weg (etwa 95 Kilometer) wieder zurück nach Yaounde gefahren, unglaublich! Natürlich wieder vorbei an den Polizeikontrollen vom Tag zuvor. Einmal problemlos, einmal sehr fragwürdig. Ein schwer bewaffneter Polizist hatte einmal mehr das Gefühl, dass uns etwas fehlt und während er singend unsere Pässe kontrollierte, mussten wir leider erneut 500 CFA liegenlassen. Nebenbei bemerkt: die Waffe hätte vermutlich nicht funktioniert, so wie sie ausgesehen hat.

 

Kurz vor Yaounde in Mbalmayo sahen wir eine Tafel eines SOS-Kinderdorfes. Hatte es also doch noch einen guten Grund gegeben um nach Ebolowa zu fahren. Wir hielten an und die Wache am Tor wollte uns erst nicht hereinlassen. Wir versuchten, zu erklären was wir wollen und dass wir spenden möchten. Dann durften wir endlich hinein. Die Chefin war nicht anwesend, doch eine sehr nette Angestellte Namens Sophie Mbazoa hat uns freundlich empfangen und nachdem wir ihr erklärt haben, dass wir gerne das Kinderdorf besichtigen würden, hat sie uns alles erklärt und gezeigt. Es waren in einem Kreis angeordnet 11 Häuser sauber und schön eingerichtet. Pro Haus hat es eine Mama, die für etwa 10 Kinder schaut. In jedem Haus hat es für die Kinder einen Lernraum mit Schultafel. Insgesamt sind hier etwa 100 Kinder zu Hause. Die Kinder waren zu dieser Zeit gerade in der eigenen Schule im Dorf. Wir fanden das Dorf eine sehr gute Sache, war doch rundherum nur Elend und Trostlosigkeit zu sehen. So unterstützten wir sie mit einer Geldspende und vielen kleinen Geschenken.

 

Ein Lichtblick in der Einöde: das SOS-Kinderdorf von Mbalmayo.Zu Besuch im SOS-Kinderdorf bei Frau Mbazoa.


Danach fuhren wir weiter Richtung Edéa. Leute mit riesigen Körben auf dem Rücken säumten den Wegesrand, meistens mit Buschmessern in den Händen. Die Strasse war sehr gut zu befahren, fast schon eine Autobahn. Am Strassenrand hing oft Buschfleisch wie Antilopen, Äffchen oder sogar einmal ein Alligator. Überall hatte es Holzäste hingestellt, die nur noch behangen werden mussten.

 

Mit unserem Fahrer waren wir immer noch nicht richtig warm geworden. Er hat sehr wenig gesprochen und mit Vorliebe die Musik am Autoradio laut dröhnend eingestellt und dabei die Ohrstöpsel des Handys wie immer in den Ohren, auch wenn es nie geklingelt hat. Teilweise fuhr er sehr nahe auf voraus fahrende Autos oder LKWs auf und hupte ständig und überall. Es änderte sich auch nicht viel, als ich sagte, dass mich das beängstigt. Auch ein Dankeschön für etwas wäre zuviel erwartet gewesen. Wir wurden keine Freunde.

 

An der Zahlstelle standen und kletterten die Verkäufer mit ihren Schalen auf die Cars oder hielten alles in offene Autofenster. Hier sahen wir auch die Coca-Nüsse zum Verkauf. Als wir Fotos von den Verkäufern machen wollten, hatten sie gar keine Freude. Sie waren gar nicht freundlich zu uns. Als ich einmal das Buschfleisch fotografieren wollte, kam eine Frau aus dem Busch gesprungen und hat mich angeschnauzt, ich dürfe davon kein Foto machen, was ich auch respektiert habe. Sie erinnerte mich irgendwie an die Neandertaler: buschiges vom Kopf abstehendes Haar. Ich fühlte mich nicht wohl in ihrer Nähe.

 

Grossandrang, sobald ein Auto oder Car die Zahlstelle passiert.Trinkpause in einem Restaurant in Edéa.


Nach einer Trinkpause in Edéa, wo wir auch eher kritisch als willkommen beäugt wurden, ging es auf zum Endspurt nach Kribi. In Kribi angekommen suchten wir zuerst vergebens nach dem im Reiseführer erwähnten Hotel Ilomba und fragten während der Suche in zwei anderen gutaussehenden Hotels nach Unterkünften. Wir hatten kein Glück. Ich hatte es schon fast aufgegeben, hier etwas Passendes und Erholsames zu finden und dachte nicht mehr an ein gutes Ende. Doch jemand hat es gut mit uns gemeint. Nach einer langen Fahrt etwa 4 Kilometer ausserhalb von Kribi fanden wir tatsächlich das Hotel Ilomba. Wir fühlten uns zurück im Paradies. Ein Hotel direkt am Meer und sie hatten tatsächlich noch Platz für uns, welch ein Glück. Wir bekamen ein wunderschönes grosses Zimmer mit Klimaanlage und Moskitonetz, eine schöne Dusche mit Warmwasser, weiche saubere Frotteetücher und alles war angenehm wohnlich eingerichtet. Wir hüpften am selben Tag noch ins Meer und liessen es uns endlich wieder einmal so richtig gut gehen. Zum Abendessen gab es die langersehnten Teigwaren mit einem feinen Salat.


 

Zurück im Paradies: KribiDer fast einsame, lange und saubere Sandstrand von Kribi.


 

Erholung nach den Strapazen am herrlichen Strand von Kribi.



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