Maroua Mokolo (152 km)
5. Januar 2007
Wir haben im Hotel Maroua Palace sehr gut geschlafen. An diesem Tag haben wir einige Gänge tiefer geschaltet und mussten uns etwas schonen. Wir sind erst um 9 Uhr losgefahren und haben ein feines Frühstück in einem gehobenen Restaurant eingenommen. Danach fühlte ich mich wieder fit. Im Restaurant war noch die Weihnachtsdekoration, es hatte eine Tanne als Weihnachtsbaum, welche mit Teddybären, Kalebassen und elektrischer Beleuchtung dekoriert war.
Die Landschaft um und nach Maroua ist sehr karg und trocken. Es wachsen teilweise Kakteen und oft gibt es nur den kargen, sandigen und ausgetrockneten Boden mit riesigen Rissen. Weil unser Rad noch immer nicht ganz in Ordnung war, sind wir nicht mehr bis nach Rhumsiki gefahren.

Kinder unterwegs bei der Arbeit.
Trockenheit und Staub soweit das Auge reicht...
Beim Vorbeifahren konnten wir einen Tiermarkt sehen. Eine riesige Ansammlung von Menschen. Wieder waren am Strassenrand sehr viele Esel und Zwergziegen. Hier können nur noch die genügsamsten Tiere überleben. Auf dem Weg waren zwei Jungs mit einem Ochsengespann, einige kleine Schaf- und Rinderherden. Die Hütten sind extrem klein und rund, der Durchmesser ist etwa 1,5 Meter. Die Wäsche hängen die Menschen an den wenigen Zweigen, die noch vorhanden sind, zum Trocknen auf.
Es hat sehr viele Bettler und viele Kinder betteln nach «cadeaux». Hier merkt man, dass eher Touristen vorbeikommen, es ist keine Seltenheit, wenn Weisse zu Besuch sind. Die meisten davon kommen vom Tschad über die Grenze. Hier haben wir auch ab und zu Weisse getroffen.

Transportmittel sind rar: deshalb immer bis ins Unermessliche überfüllt.
Ochsengespann.
Auf dem Markt in Mokolo haben wir Halt gemacht. Wie überall gab es Karotten, Tomaten, Fleisch... und viele Strassenboys, die weder Schule noch ein wirkliches Zuhause haben. Sie lümmeln herum, in der Hoffnung, etwas zu bekommen. Das Fleisch ist übersät mit Fliegen und der süssliche Geschmack ist eklig. Ein Junge stand vor Dreck, hatte nur noch Fetzen am Körper. Ich habe ihm als einzigem eine Trillerpfeife geschenkt. Er hat gestrahlt.

Strassenboy: keine Chance auf Ausbildung.
Typische Rundhütten bei Mokolo.
Angehäufte Steine ergeben Berge.
Hier hat es grosse Berge, die nicht aus Fels, sondern angehäufte Steinberge sind. Ganz speziell ist die Landschaft. Der Anblick eines völlig überladenen Transporters mit Brennholz hat uns zum Schmunzeln gebracht. Auf beiden Seiten stand das Holz weit heraus.
Nach langem habe ich wieder einmal gut und die ganze Nacht durchgeschlafen. Keine Träume von grossen schwarzen Augen, die mich ansehen oder von Strassen, welche plötzlich riesige Löcher haben oder von Tagesendstationen im Nirgendwo zwischen ausgehungerten, gross gewachsenen Gestalten.

Ziegen und Esel: nur die genügsamsten Tiere können hier noch überleben.
Auf unserem Weg von Maroua nach Mokolo ist Felix plötzlich etwas ins Auge gekommen. Es hat sehr geschmerzt und gebrannt und das Auge war feuerrot. Wir haben angehalten und versuchten am Strassenrand, mit unserem mitgeführten Wasser das Auge zu spülen. Glücklicherweise habe ich von zu Hause die ganze Apotheke mitgenommen inklusive Augentropfen, welche dann zum Einsatz gekommen sind. Die Weiterfahrt lag er auf dem Rücksitz im Auto und hat sich das Auge zugehalten. Nach etwa einer Stunde war wieder alles wie vorher...
Wir haben im Hotel Maroua Palace übernachtet. Selbst in diesem besseren Hotel ist nur die Hälfte so, wie es sein soll. Im Restaurant ist auf der zweiseitigen Menükarte die Hälfte durchgestrichen und die andere Hälfte grösstenteils sonst zurzeit nicht erhältlich. Wir haben trotzdem gut gegessen, was halt noch da war. Felix hat ein halbes Poulet bestellt, was auf dem servierten Teller eher wie ein überfahrenes Viertel Poulet ausgeschaut hat, und ich habe mir mein Menü aus verschiedenen Beilagen zusammengestellt. Wir haben ja jetzt wieder neuen Hochprozentigen im einzigen Shop in der weiten Umgebung gekauft, womit wir nachspülen können. Die Toilette hier im öffentlichen WC hat keinen Deckel auf dem WC-Kasten und der Spühlhebel muss einmal mehr gesucht werden, es hat kein Handtuch und keine Türe, die sich ordentlich schliessen und verriegeln lässt. Doch wir sind froh, können wir am Abend in dieses Hotel zurückfahren. Denn wie armselig leben die Menschen ausserhalb unserer nächtlichen «Zufluchtstätte». Wir beide wären definitiv für das Leben hier zu weich.

Die Kleiderwäscherei-/Trocknerei.
Unterwegs von Maroua nach Mokolo.
Wir sehen viele von der Sonne ausgebrannte Augen, schlimme Zahnstellungen oder gar keine Zähne mehr, Augenkrankheiten, behinderte oder taubstumme Menschen. Selbst unser Fahrer Gregory hat sich gefragt, von was die Menschen hier leben...