Bali Bamessing Ndop Jakiri Kumbo Ndu Nkambe (169 km)
31. Dezember 2006
Am Morgen haben wir uns in Bali noch mit einigen Trinkwasserflaschen eingedeckt, bevor wir uns auf den Weg gemacht haben.
Wie überall war auf dem Weg Markt: Schuhe, Fleisch, ein halbes Schwein in einer Schubkarre, Mais, Melonen, Zitronen... Wir sind von Bali Richtung Nkambe gefahren. Die Landschaft hat sich immer mehr in Grasland verändert. Teilweise war das Gras menschenhoch und mittendurch führte die leuchtend rote Piste. Wir sind über etliche Berge und durch Täler gefahren. Die Landschaft ähnelte der Schweiz mit ihren Wäldern und Pässen. In den Wäldern wachsen hauptsächlich Eukalyptusbäume.

Landschaft zwischen Bamenda und Bamessing (Sabga Hills).
In Bamessing haben wir Herrn und Frau Ritz von der Mission 21 kennen gelernt. Sie arbeiten hier in der Töpferei und sind dafür besorgt, dass das Handwerk bestehen bleibt. Sie holen den Lehm aus dem Boden neben der Werkstätte. Vor 20 Jahren hat hier ein Schweizer damit begonnen und die beiden versuchen nun, das ganze wieder auf die Beine zu stellen. Leider war der Zustand nicht mehr erfreulich, als der Schweizer weggegangen war und die Einheimischen selber verantwortlich waren. Wir haben die vielen schönen Töpfe, Tassen und Vasen bestaunt und uns für die nächsten Weihnachten Krippenfiguren aus Ton gekauft.

Eingang zur Töpferei Prespot.

Kinder in Bamessing.
Frau und Herr Ritz zeigen uns Ihre Werke.

Arbeiten aus der Töpferei in Bamessing.
Moslems mit landestypischen Kleidern.
Harte Arbeit für die Frauen.
Auf der Weiterfahrt sind wir wieder an vielen Kirchen vorbeigefahren. Es ist Sonntag und jedermann geht zur Kirche. Es hat sogar mehrere Messen pro Tag, weil nicht alle Leute in der Kirche Platz haben.
Am Wegesrand sahen wir immer wieder freilaufende Schweine und Ziegen und ab und zu auch Rinderherden. Es wird teilweise Reis angepflanzt, der dann in der Regenzeit zu wachsen beginnt.

Rinderherde auf der Piste
Alltagsleben
In der Nähe von Kumbo sind wir bei einem Fest von Moslems vorbei gekommen. Es wurde das Ende des Ramadan gefeiert. Die Moslems haben eine Foundation für frisches Trinkwasser, wo wir etwas gespendet haben und als Dank mit frisch gegrillten Fleischspiesschen eingedeckt wurden. Sie haben herrlich geschmeckt. Wie überall hatte es auch hier viele Kinder und wir haben sie mit unseren kleinen Mitbringseln beglückt. Die Kinder haben so sehr gedrängelt, dass direkt der Zaun am Wegesrand umgefallen ist und die Kinder hinten drein... So etwas haben wir von Bali her nicht gekannt, dort hat schön ein Kind um das andere etwas erhalten und ohne zu drängeln.

Grossandrang in Ndu beim Geschenke verteilen.
Ndu
Die Landschaft ist geprägt mit riesigen Teeplantagen, soweit das Auge reicht, und mit Grasdächern auf den Häusern. Wir haben ein etwa 10-jähriges Mädchen mit einer Rinderherde angetroffen und uns mit ihr unterhalten. Das Mädchen geht nicht zur Schule und kann deshalb weder Schreiben noch lesen. Den ganzen Tag ist sie alleine draussen bei den Rindern.

Hirtenmädchen
Ein überfüllter Linienbus.

Teeplantagen soweit das Auge reicht.
Häuser in der Nähe von Kumbo.
Verrostete, ausgeschlachtete Autos stehen immer und überall.
Vor allem die ganz kleinen Kinder wissen teilweise nicht, was ein Plüschtier ist. Sie haben Angst vor uns und verstecken sich. Die Grösseren haben uns fast überrannt, als wir in der Stadt von Nkambe aus dem Auto etwas verteilt haben. Ich hatte nur noch Hände im Auto und irgendwann wurde die Situation unüberschaubar und mir blieb als einzige Lösung, die Scheibe hochzukurbeln und wegzufahren...
Auf dem Markt in Nkambe bin ich erschrocken. Vorne herum lagen riesige Berge von Fleisch. Als ich näher heranging, um es zu fotografieren, sah ich dahinter mehrere blutige Kuhköpfe liegen. Ein wenig schöner Anblick. Doch auch das gehört zum Leben hier und wir haben ein Foto als Andenken gemacht.

Die Freiluft-Metzgerei in Nkambe.
Unser Silvestermenü: Fufu und Ndolé.
Zum Silvestermenü gab es Fufu (aus Maniok gemachter Brei) mit roter Sauce und ein bitter schmeckendes, grünes, spinatähnliches Gemüse namens Ndolé. Wir hoffen, die Vieille Prune täte ihren Dienst. Zum Glück haben wir sogar eine Gabel zum Essen erhalten. Das Restaurant glich eher einer Höhle als einem Essraum. Es war fast dunkel darin und wir hätten es ohne unseren Führer niemals gefunden.
Wir schliefen in Nkambe im Hotel Millenium Star. Die Zimmer waren gross und sauber. Am Boden hatte es Tapete, die sich schon an den meisten Stellen wieder abgelöst hat. Die Wände waren halbwegs gestrichen mit hellblauer Farbe, am Waschtrog kam uns der Wasserhahn schon entgegen. Wenn man Wasser herauslassen wollte, kam wie meistens nur kaltes Wasser, obwohl es zwei Hahnen für kalt und warm hatte. Der Vorhang vor dem Fenster war mir auch schon mitsamt Vorhangstange entgegenkommen, als ich nur wenig daran gezogen habe. Ein Provisorium. Das Bettlaken schien sauber zu sein. Wir waren dankbar. Sorgen machten mir nur die vielen doch ziemlich grossen 8-beinigen Mitbewohner, die überall herumkrabbelten.
